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Vier Kunstschaffende für ihr Werk ausgezeichnet

An drei Künstler und eine Künstlerin wird morgen Samstag der Trogener Kunstpreis verliehen. Erstmals vergibt die Jury auch einen Sonderpreis.

Seit 2005 wird der Trogener Kunstpreis an talentierte Menschen mit einer Behinderung vergeben. Dieses Jahr gingen 13 Eingaben ein. Die Jury hat sechs Künstlerinnen und Künstler in ihren Ateliers besucht und schliesslich vier davon für den Kunstpreis 2018 ausgewählt: Jacqueline Schweizer, David Mete, Jürg Meier und Mirkelam Colak. Die Preise werden am Trogener Adventsmarkt um 14 Uhr in der Kirche in einem festlichen Rahmen übergeben. Anlässlich der Preisübergabe wird je ein Werk der Preisträger und der Preisträgerin versteigert. Zudem werden am Kunststand im Foyer des Fünfeckpalastes Werke von Künstlerinnen und Künstlern mit einer Beeinträchtigung verkauft.

Farbige Häuser und schillernde Filmfiguren

Jacqueline Schweizer (Bild: PD)

Jacqueline Schweizer (Bild: PD)

Während im Kunstmarkt sich viele bemühen, einzigartig zu sein und einen unverkennbaren Ausdruck zu finden, scheinen die Trägerinnen und Träger des Trogener Kunstpreises sich nicht darum bemühen zu müssen. Die 1962 in Zürich geborene Jacqueline Schweizer lebt seit 2002 in Rehetobel in einem Angebot der Stiftung Waldheim. 2016 beginnt die Künstlerin mit einer Serie von Häusern.

Dieses Motiv versteht sie, je nach innerer Gestimmtheit und äusserer Stimmung, zu variieren. So sind im Laufe der Zeit Werke mit starken Farben entstanden: Ein Haus voller Licht und Energie, das die ganze Umgebung überstrahlt; dann ein Haus mit kühleren Farbtönen, dem eine grosse gelbe Sonne Wärme spendet; oder ein stilles, in sich gekehrtes Haus.

Und manchmal zeichnet die Künstlerin mit schwarzem Stift eine Gruppe von Häusern, mal schlank und hoch, mal etwas behäbiger, aber immer mit einer klaren Vorstellung von Stockwerken und mit vielen Fenstern. Öffnungen? Jacqueline Schweizer hat beim Malen im Atelier gerne andere Menschen um sich, die reden und arbeiten. Sie hat eine offene Wahrnehmung, die sich in ihren Bildern spiegelt.

David Mete (Bild: PD)

David Mete (Bild: PD)

Der 37-jährige David Mete malte und zeichnete schon als Kind sehr gerne. Seit vier Jahren besucht er das Malatelier im Quimby-Huus in St. Gallen. Seine Lieblingsmotive sind Tiere, Fahrzeuge, Häuser, Comicfiguren und schillernde Figuren aus der Filmwelt. Als Vorlage benutzt er Bilder aus dem Internet. Im weiteren Malprozess entstehen eigenständige, frei komponierte Bilder in eindrücklichen Farbkombinationen.

Der Sonderpreis geht an Jürg Meier

Erstmals hat sich die Jury entschieden, einen Künstler mit einem Sonderpreis zu ehren für sein besonderes Wirken. Der 62-jährige Jürg Meier lebt und arbeitet seit 1977 in Urnäsch in einer Wohngruppe der Stiftung Columban. Die Kunstpreis-Jury wurde dort vom Künstler herzlich empfangen und in sein Zimmer geführt. Überraschend zeigte sich eine wundersame Rauminstallation.

Jürg Meier (Bild: PD)

Jürg Meier (Bild: PD)

Jeder Bereich des Zimmers ist Teil einer Inszenierung, die sich immer wieder wandelt. Lieblingsutensilien sind Klebeband und Papier – meist Ausschnitte aus Zeitungen und Magazinen. Wände, Möbel und Fensterscheiben sind bestückt mit Collagen, Scherenschnitten und kleinen Wortzetteln. Jürg Meiers künstlerisches Schaffen ist ein Gesamtkunstwerk und lässt sich nur vor Ort erleben.

Zwischen Ernsthaftigkeit und spielerischer Freiheit

Der 1995 geborene Mirkelam Colak lebt und arbeitet seit 2013 im «Tandem» in Abtwil. In der Regel wählt Colak für seine künstlerische Arbeit ein mittelgrosses Format und zeichnet mit Farbstiften. Am Anfang einer Zeichnung steht die mit einer Schablone gezogene Aussenlinie einer geometrischen Form, zum Beispiel eines Kreises. Die Form wird sodann mit einem dynamischen und oft druckvoll ausgeführten Farbfeld überlagert. Aus mehreren solchen Elementen, die vorwiegend in ähnlichem Farbton gehalten sind, entsteht nach und nach eine Komposition.

Mirkelam Colak (Bild: PD)

Mirkelam Colak (Bild: PD)

Im Laufe eines Ateliertages entstehen bis zu zwei oder drei Dutzend solcher Kompositionen. Aus dem Tagewerk wählt schliesslich Colak, der nicht spricht, jene aus, die er gelungen findet. So zeigt sich nicht nur in seiner ganz individuellen Art zu zeichnen, sondern auch im Prozess der kritischen Auswahl die Ernsthaftigkeit und gleichzeitig die spielerische Freiheit seines künstlerischen Schaffens.

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