Viele scheuen den Aufwand

In drei Wochen würden die Schwellbrunnerinnen und Schwellbrunner an der Urne den Gemeinderat komplettieren. Würden – denn momentan stellt sich niemand zur Wahl. Der Aufwand sei gross, heisst es bei den Parteien.

Bruno Eisenhut
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Im Gemeinderat ist nebst den bisherigen Räten Hansueli Schweizer, Gabi Brunner, Karlheinz Diethelm, Hansueli Reutegger, Alexandra Baumgartner (Gemeindeschreiberin), Janine Wehrlin und Ueli Frischknecht ein Sitz zu besetzen. Die Suche nach Kandidatinnen oder Kandidaten erweist sich als schwierig. (Bild: gk/Montage apz)

Im Gemeinderat ist nebst den bisherigen Räten Hansueli Schweizer, Gabi Brunner, Karlheinz Diethelm, Hansueli Reutegger, Alexandra Baumgartner (Gemeindeschreiberin), Janine Wehrlin und Ueli Frischknecht ein Sitz zu besetzen. Die Suche nach Kandidatinnen oder Kandidaten erweist sich als schwierig. (Bild: gk/Montage apz)

SCHWELLBRUNN. Wer sich in den Gemeinderat von Schwellbrunn wählen lassen will, dem stehen derzeit Tür und Tor offen. Am 6. April wählen die Stimmberechtigten der Hinterländer Gemeinde die Nachfolge des abtretenden Gemeinderats Walter Raschle. Aber: Rund drei Wochen vor dem ersten Wahltermin stellen sich – null Kandidatinnen oder Kandidaten zur Verfügung.

«Mit Walter Raschle verlässt ein Landwirt das Ratsgremium», erklärt Gemeindepräsident Hansueli Reutegger, «deshalb habe ich mir eine Nachfolgeregelung aus den bäuerlichen Kreisen erhofft.» Bis heute blieb der Vorschlag für eine solche aber aus. Zwar seien zahlreiche potenzielle Kandidatinnen und Kandidaten konfrontiert worden, zur Wahl stellen lassen will sich aber niemand. Eine Person habe ihr anfängliches Interesse wenige Tage vor dem Versandtermin der Wahlunterlagen zurückgezogen. Daraufhin mussten die Wahltalons ohne offiziellen Kandidaten an die Schwellbrunner Haushalte versendet werden.

FDP und SVP ohne Zuversicht

Die Behörden hätten die örtlichen Parteien, Lesegesellschaften und Verbände abermals aufgerufen, Kandidaturen einzureichen. Doch wie sich zeigt, ist die Suche nach wie vor schwierig: Seitens der FDP wie der SVP wird wenig Zuversicht versprüht. Hansjörg Bichsel, Präsident der SVP, ahnt das Problem: «Die Leute scheuen den grossen Aufwand. Zudem können berufstätige, im Angestelltenverhältnis stehende Leute dieses Amt zeitlich kaum mehr bewältigen.» Er selber habe zwölf Personen angefragt, die Antwort sei stets dieselbe gewesen, so der Präsident der SVP. Und: Er hege wenig Hoffnung, dass die SVP für die bevorstehende Wahl noch eine Person portieren könne. Sehr ähnlich tönt es aus dem Lager der FDP. Reini Brändle, alt Gemeinderat und Parteimitglied, betont, dass der freiwerdende Sitz mit einer Person aus dem Kreise der Landwirtschaft besetzt werden sollte. Die FDP wird diesmal keine Kandidatin oder Kandidaten stellen können.

Aufwand: Ein Tag pro Woche

Der abtretende Gemeinderat Walter Raschle sieht den Grund des ausbleibenden Interesses vor allem in zwei Punkten: erstens der Zeitfaktor. «Eine angestellte Person kann sich den Tag nicht immer wunschgemäss frei einteilen. Dies erschwert die Arbeit in einem Gemeinderat.» Zweitens die Büroarbeit: «Einige Landwirte scheuen den zunehmenden administrativen Aufwand, welchen das Amt mit sich bringt.» Walter Raschle gibt die Hoffnung aber noch nicht vollends auf. Einige Landwirte hätten ihm in Gesprächen signalisiert, dass sie am Amt des Gemeinderates interessiert seien. «Aber später, nicht jetzt.» Der abtretende Gemeinderat mit achtjähriger Erfahrung schätzt den Arbeitsaufwand auf einen Tag pro Woche. «Anfangs wird es weniger sein, mit zunehmenden Amtsjahren nehmen auch die Verantwortungsbereiche zu», so Walter Raschle.

Mögliche Vakanz

Zur Ausgangslage vor dem Wahltermin fasst Gemeindepräsident Hansueli Reutegger zusammen: «Erfolgt noch eine offizielle Kandidatur, werden die Stimmberechtigten sofort darüber informiert.» Bleibe eine solche aus, werde es ab dem 1. Juni zu einer vakanten Stelle im Schwellbrunner Gemeinderat kommen. Gleiches droht auch in der Geschäftsprüfungskommission (GPK). Nach dem Rücktritt von Marianne Preisig ist auch dafür noch keine offizielle Kandidatur bekannt.