Viele Grüsse ins Schlammtobel

Brosmete

Roger Fuchs
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Wie freue ich mich auf dieses Wochenende: Ausspannen, einige Pendenzen erledigen, und vor allem eine trockene Umgebung geniessen. Nein, liebe Open-Air-Besucher in St. Gallen, ich will euch nicht neidisch machen. Ihr alle fahrt ja freiwillig ins schlammige Sittertobel. Ich will euch auch keinesfalls die Freude nehmen, dass ihr euch einmal in Sumpf und Dreck austoben dürft. Geniesst dazu eure Getränke, die bestimmt in dem einen oder anderen Fall dazu beitragen, dass der Schlamm lediglich als überdimensionierter Sandkasten wahrgenommen wird.

Ganz besonders mag ich euch die Musik gönnen, die mit den gewünschten Dezibel zu euren Ohren dringt. Und die Rhythmen sollen es natürlich schaffen, euch in ekstatische Zustände zu versetzen. Hygiene muss ja auch nicht alle Tage sein. Ganz zu schweigen von den tollen Übernachtungsmöglichkeiten in euren Zelten. Ein wenig Schräglage erleben Schiffsreisende geradezu täglich.

Viele neue Freundschaften werden geknüpft werden können. Es sind garantiert Bande fürs Leben, Jahr für Jahr werdet ihr darauf aufbauen. Staunen dürft ihr dazu über all die Marken wie M-Budget, Zweifel oder Sunrise und Chesterfield; alle diese Geschäfte findet man sonst nirgendwo auf der Welt.

Überaus toll ist auch, wie ihr jeweils das Gelände wieder verlasst. Die zig Helferinnen und Helfer werden mit Freude die verschlammten Zelte, Kleider und Sonnenbrillen zusammenlesen und entsorgen. Ob nun 200 Tonnen Abfall zusammenkommen oder 220 Tonnen, darf euch natürlich egal sein.

Völlig selbstverständlich ist, dass die Zuhausegebliebenen euch am Montag bei jeglichen Geschäftstätigkeiten die nötige Nachsicht entgegenbringen. Ihr alle könnt ja überhaupt nichts dafür, dass euch die Musik bis in die frühen Morgenstunden nicht einschlafen liess.

Open Air for ever – und ihr seid dabei. Geniesst es!

Roger Fuchs