Viel Lärm um Gidios Tod

In Herisau und Waldstatt stirbt Gidio Hosestoss ein weiteres Mal. Wie immer ist ein gestohlenes Leckerli in Herisau schuld am Tod, in Waldstatt erlag der tragische Held des Aschermittwochs einem Herzinfarkt; das Gerede über den drohenden Weltuntergang hatte ihn zu sehr in Panik versetzt.

Johannes Wey/Bruno Eisenhut
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WALDSTATT/HERISAU. Und wieder ist Gidio Hosestoss an einem geklauten Leckerli erstickt. Und wieder ist gestern nachmittag eine stolze Anzahl «Fasnachtsbötze» zusammen mit dem Trauerzug durch Herisau marschiert. Zum 169. Mal konnte Gidio die Finger nicht von fremden Leckerli lassen.

Guggenmusik und Konfetti

Die Guggenmusiken Ziegelhöttler, Izi bizi tini wini und Sauknapp sorgten für den nötigen Fasnachts-Groove. Den Strassenrand säumten viele Zuschauer. Es waren hauptsächlich ältere Menschen, die in Erinnerungen an frühere Gidio-Umzüge schwelgten, oder Mütter mit Kindern. Mittendrin stand der Herisauer Gemeindepräsident und Regierungsratskandidat Paul Signer. Auch er bekam die eine oder andere Handvoll Konfetti verabreicht. Mit phantasievoll gestalteten Kleidern sorgten insbesondere ganze Gruppen, Schulklassen und Kindergärten für einen bunten Trauerumzug.

Finanznöte auf Sujet-Wagen

Der Waldstätter Gidio-Umzug stand ganz im Zeichen der finanziellen Misere der Gemeinde. Zahlreiche Sujet-Wagen schlachteten das Thema aus. So zeigte einer etwa die Gelddruckmaschine, welche die Probleme der Gemeinde lösen soll, ein anderer ein Sparschwein auf dem Hirschenkreisel, inspiriert von einer Fotomontage zum Jahreswechsel in dieser Zeitung. Der Umzug führte während anderthalb Stunden kreuz und quer durch das Dorf. Zum Schluss lüftete Gidio-Pfarrerin Rahel Hollenstein das Geheimnis um den Tod des bedauernswerten Gidio Hosestoss: Ob des Geredes über den anstehenden Weltuntergang in Panik geraten, verstarb er an einem Herzinfarkt. Auch er hatte während seines kurzen Lebens unter der finanziellen Notlage der Gemeinde zu leiden, etwa als ihm seine Stelle auf der Verwaltung gestrichen wurde.