Via Schwingkeller in den Halbfinal: Unihockeyfrauen aus Appenzell trainieren auch mal auf ungewohntem Terrain

Die Unihockeyspielerinnen des UH Appenzell stehen zum zweiten Mal in Folge im Playoff-Halbfinal der NLB. Am Samstag gastieren sie in Konolfingen.

Mea McGhee
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Ungewohntes Umfeld: Im Athletiktraining bat Betreuer Alex Baumann (rechts) die Spielerinnen des UH Appenzell zu Michael Bless (links) in den Schwingkeller.

Ungewohntes Umfeld: Im Athletiktraining bat Betreuer Alex Baumann (rechts) die Spielerinnen des UH Appenzell zu Michael Bless (links) in den Schwingkeller.

Bild: PD

Die Spannung im Song «Victory» der Band Two Steps from Hell baut sich kontinuierlich auf. Genau das hilft den Spielerinnen des UH Appenzell in der Garderobe bei der Spielvorbereitung. Auch morgen, im ersten Duell des Playoff-Halbfinals in der NLB gegen den UH Lejon Zäziwil.

Den Aufstieg bestätigt

Zum zweiten Mal in Serie stehen die Innerrhoderinnen unter den besten vier Teams der zweithöchsten Liga der Schweiz. Sie bestätigen damit, was gemeinhin als schwierig bezeichnet wird: die Leistung in der zweiten Saison nach dem Aufstieg. «Wir haben das Selbstvertrauen aus der Vorsaison mitgenommen und wussten, dass unsere Qualität für einen Rang im vorderen Mittelfeld reicht», sagt Christian Forster. Mit Lukas Bucher trainiert er das Team seit dieser Saison.

In der Tat steigerte sich der UH Appenzell gegenüber dem Vorjahr in der Qualifikation um zwei Ränge und um zehn Punkte. Im Playoff-Viertelfinal genoss der Tabellendritte gegen FB Uri daher Heimvorteil. In der Serie gegen Zäziwil, den zweiten der Regular Season, müssen die Innerrhoderinnen zuerst auswärts antreten. Dies muss kein Nachteil sein, denn in der Qualifikation gewannen jeweils die Gäste. Zuversichtlich stimmt den Trainer, dass Appenzell beim 6:4 im Rückspiel besser mit Zäziwils Spielweise klar kam als beim 4:5 zu Saisonbeginn in Appenzell.

Athletik, Kampfgeist und Zusammehalt

Kampfgeist und Zusammenhalt nennt Forster als grosse Stärken der Appenzellerinnen. «Alle kämpfen für- und freuen sich miteinander.» Die spielerische Qualität im Team sei gut, variiere aber, so der Trainer.

«Wir haben einen NLA-tauglichen Block.»

Auch die Athletik sei ein Pluspunkt. In diesem Bereich arbeitet man im Training mit Alex Baumann, der die Unihockeyspielerinnen auch mal in den Schwingkeller oder auf die Judomatte bittet.

Wichtige Siege gegen den Nachbarn

Mit dem Erreichen des Halbfinals haben die Innerrhoderinnen ihr Ziel erreicht. Besondere Freude bereiten ihnen die beiden Siege gegen den Nachbarn Waldkirch-St. Gallen. «Was nun kommt, können wir geniessen», sagt Forster.

Er studierte im Vorfeld des Halbfinals Videos des Gegners, gestaltete die Trainings entsprechend dieser Analyse. Er erwartet von Zäziwil eine gewohnt starke Offensive. Das Team erzielte in der Qualifikation am meisten Treffer: 120 in 18 Partien. «Ihr Paradeblock ist brandgefährlich und schiesst Tore aus jeder Situation.»

Ein Rezept gefunden

Mit welchem Rezept möchte Appenzell dem begegnen? «Wir wollen den Ball in unseren Reihen halten, die Gegnerinnen laufen lassen», sagt Forster. «Druck machen und mutig sein, ohne unnötiges Risiko einzugehen.» Ein wenig launisch sei sein Team. Wenn es nicht laufe, könne sein Co-Trainer die Spielerinnen emotional besser abholen. Beide Trainer würden ihre Ideen bezüglich Aufstellung und Taktik einbringen, den finalen Entscheid fällt in der Regel Christian Forster. Goalietrainer Andreas Ferro komplettiert den Staff.

Fans reisen für einmal mit

Viviane Manser fehlt seit Monaten verletzungsbedingt. Dafür kehrt mit Vanessa Speck eine starke Verteidigerin im Halbfinal nach einer Verletzung zurück. «Sie bringt uns zusätzliche Stabilität», ist Forster überzeugt. Appenzell hat den zweithöchsten Zuschauerschnitt der NLB. «Hopp Appenzell»-Rufe und Paukenschläge motivieren bei Heimspielen, so der Trainer. Beim Hinspiel in Konolfingen können die Appenzellerinnen für einmal auch auf die Unterstützung von Fans zählen: Die Anreise erfolgt mit einem grösseren Car als üblich.