Verzögerung «nicht so schlimm»

Der Stadtrat will die Neugestaltung des Gossauer Bushofs nochmals neu aufgleisen. Damit verzögert sich das Projekt bis auf weiteres. SVP, FDP, CVP und Flig begrüssen dieses Vorgehen. Die SP wünschte sich, es ginge rascher vorwärts.

Rafael Rohner
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GOSSAU. Die Gossauer Parteien stellen sich mit Ausnahme der SP geschlossen hinter den Stadtrat. Sie befürworten, dass er das Projekt zur Neugestaltung des Gossauer Bushofs nochmals neu aufarbeiten will. «Wenn der Stadtrat die Vorgaben des Parlaments nicht einhalten kann, ist es nur folgerichtig, dass er ein neues Projekt aufgleist», sagt etwa SVP-Fraktionspräsidentin Claudia Martin. Ganz ähnlich tönt es seitens der FDP: «Wenn kein Konsens gefunden werden kann, dann ist die Neuauflage des Projekts ein möglicher Lösungsweg», sagt Fraktionspräsident Hanspeter Fröhlich.

Entschieden ist entschieden

Zur Verzögerung der Neugestaltung führte ursprünglich ein Antrag der SVP. Die Partei befürwortete Anfang 2011 im Parlament zwar die Vorlage des Stadtrats zur Neugestaltung des Bushofs, sie wollte aber die Bäume aus dem Projekt streichen. Ohne längere Diskussion stimmte das Parlament dem SVP-Antrag zu und bewilligte einen Baukredit von 1,6 Millionen Franken. Gegen den baumlosen Bushof kündigte wenig später ein Anstösser eine Einsprache an. Seither verzögert sich das Bauvorhaben. Wann der Stadtrat dem Parlament eine neue Vorlage präsentieren kann, ist derzeit nicht absehbar (Ausgabe vom 24. Juli).

Dass der Entscheid, die Bäume aus dem Projekt zu kippen, die Neugestaltung bereits um mindestens zwei Jahre verzögert, erachten SVP, CVP, FDP und Flig nicht als problematisch. Die Frage, ob der Parlamentsentscheid richtig war oder nicht, stelle sich nicht, sagt Hanspeter Fröhlich (FDP). «Im Nachhinein entwickeln sich die Dinge oft anders, als man diese vorauszusehen glaubt.» Auch Claudia Martin (SVP) hinterfragt den Entscheid nicht: «Das Parlament hat entschieden. Es liegt am Stadtrat, die Entscheidung umzusetzen.»

Wünsche von Flig und CVP

Bereits nach vorne blickt die Freie Liste Gossau (Flig). Laut Fraktionspräsident Erwin Sutter hat das bisherige Projekt «mit dem dicken Betondach» ohnehin nie richtig überzeugt. «Wünschenswert wäre auf dem Bahnhofsplatz eine Glas-Stahlkonstruktion, die einen leichten Eindruck vermittelt.» Der Entscheid, die Bäume zu streichen, sei auch rückblickend gesehen richtig gewesen. Denn die Löcher im Betondach, die für die Bäume nötig gewesen wären, hätten die Schutzfunktion gegen Regen und Schnee stark beeinträchtigt. Deshalb sei auch die Verzögerung «nicht so schlimm». Nun könne eine bessere Lösung realisiert werden. Das sieht die CVP ähnlich, sie begrüsst laut Fraktionspräsident Markus Mauchle die Vorgehensweise des Stadtrats ebenfalls. Mauchle schlägt vor, dass bei einem neuen Projekt eine Überdachung zwischen Bahnhof und Bushof geprüft wird. «Damit die Fahrgäste nicht verregnet werden.»

SP: «Wir haben das befürchtet»

Dezidiert anderer Meinung als die übrigen Parteien ist die SP. «Wir haben befürchtet, dass der SVP-Antrag das Projekt verzögern wird», sagt Florian Kobler. Die SP habe den Antrag denn auch als einzige Partei abgelehnt. «Die Lösung mit den Bäumen wäre attraktiv gewesen», sagt er. «Punktuelle Anpassungen wären zudem auch möglich gewesen, ohne gleich das gesamte Projekt neu aufzugleisen.» Auf dem Bahnhofplatz bestehe schon länger dringender Handlungsbedarf. «Und jetzt geht immer noch nichts.» Er beginne sich langsam zu fragen, ob die anderen Parteien tatsächlich an einer baldigen Lösung dieses Problems interessiert seien.