Verzeihen an Weihnachten

Ökumenischer Adventsgottesdienst in der Perlavita Rosenau in Kirchberg Der Gottesdienst, welcher vom katholischen Pfarreibeauftragten für Kirchberg, Jürgen Kaesler und dem evangelisch-reformierten Pfarrer von Kirchberg, Jeremias Treu, im kapellenartigen

Christof Lampart
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Ökumenischer Adventsgottesdienst in der Perlavita Rosenau in Kirchberg

Der Gottesdienst, welcher vom katholischen Pfarreibeauftragten für Kirchberg, Jürgen Kaesler und dem evangelisch-reformierten Pfarrer von Kirchberg, Jeremias Treu, im kapellenartigen Mehrzweckraum der Perlavita Rosenau abgehalten wurde, war ganz « dem innerlichen Ankommen in der Adventszeit» gewidmet. Dem Ruhigwerden und der Vorausschau auf Weihnachten.

Weihnachtsfrieden im Krieg

Äusserlichkeiten, so beschied Kaesler den Gläubigen, seien in diesen Tagen noch unwichtiger als sonst. Vielmehr gelte es in dieser Zeit, dem Gebet eine besondere Beachtung zu schenken, wobei das Beten in erster Linie nicht schweigen, sondern zuhören bedeute. Zuhören dem, was Gott einem sagen wolle. «Wir wollen sensibel werden und in uns hineinlauschen», sagte Kaesler.

Jeremias Treu wiederum spürte der Frage nach, was eigentlich Weihnachten für uns Menschen bedeute und erinnerte in diesem Zusammenhang an den Weihnachtsfrieden des 1. Weltkrieges. Dieser war eine von der Befehlsebene nicht autorisierte Waffenruhe, welche am 24. Dezember 1914 begann und die folgenden Tage andauerte. Sie fand an einigen Abschnitten der Westfront statt, wo es vor allem zwischen Deutschen und Briten zur spontanen Verbrüderung kam. Für Treu war dies ein klares Zeichen dafür, dass «damals etwas in die Welt kam, das stärker als jede Feindschaft war.» Und dies, so der Pfarrer, sei nicht nur damals passiert, sondern es wiederhole sich Jahr für Jahr immer wieder. «Weihnachten», so schloss Treu, «ist immer dann, wenn wir jemandem verzeihen.»

Weihnachtsgeschichte gespielt

Anschliessend wurde in einer Diaschau gezeigt, wie Sonntagsschulkinder aus der Gemeinde Kirchberg in der Gemeinde die Weihnachtsgeschichte aufwendig nachgespielt hatten. So sah man plötzlich bekannte Gesichter in einer bekannten Gegend eine bekannte Geschichte nacherzählen, die sich vor über 2000 Jahren im heutigen Israel zugetragen hatte. Zusammen mit den erklärenden Worten einer Erzählerin ergab dies ein ganz spezielles, weihnachtliches Gefühl.

Musikalisch umrahmt wurde der Gottesdienst durch eine Schar Musikschüler, welche auf ihren Schwyzerörgeli so bekannte Advents- und Weihnachtslieder wie «Ihr Kinderlein kommet», «Stille Nacht, heilige Nacht», «Leise rieselt der Schnee» oder «Alle Jahre wieder» intonierten.

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