Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Verwirrung um Notfalldienst im Appenzellerland

Hinter- und Mittelländer Ärzte arbeiten seit 2017 im neu organisierten ambulanten Notfalldienst mit. Die Vorderländer haben ein eigenes System. Die Regierung sieht darin ein Problem – der Präsident der Ärztegesellschaft nicht.
Alessia Pagani
Seit 2017 ist der ambulante Notfalldienst im Appenzellerland neu organisiert. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (7. Oktober 2016))

Seit 2017 ist der ambulante Notfalldienst im Appenzellerland neu organisiert. (Bild: Gaetan Bally/Keystone (7. Oktober 2016))

Die Appenzellische Ärztegesellschaft ist zur Organisation des ambulanten Notfalldienstes verpflichtet. Nur: Kaum ein Arzt ist heute mehr bereit, während 24 Stunden Notfalldienst zu leisten, viele lassen sich von der Pflicht entbinden. Der ambulante Notfalldienst wurde 2017 zwecks Attraktivitätssteigerung im Rahmen eines Pilotprojekts neu organisiert und vereint die beiden Notfalldienste von Innerrhoden und Ausserrhoden. Die Ausserrhoder Ärzte haben seitdem die Möglichkeit, ihren Notfalldienst entweder im Hintergrunddienst/Amtsarztdienst während 24 Stunden zu absolvieren oder in der hausärztlichen Notfallpraxis am Spital Herisau (17 bis 22 Uhr). Das Problem hierbei: Nicht alle Ausserrhoder Ärzte sind Teil dieses Systems. Die Vorderländer gehören in Bezug auf den Notfalldienst zum Regionalverein Rorschach-Rheintal. Und dieses System mit einem eigenen 24-Stunden-Notfalldienst wollen sie gemäss einer Befragung weiterhin beibehalten.

Vorderländer haben eigenes System

Und genau hier tut sich das nächste Problem auf: Die Regierung hinterfragt eine künftige finanzielle Beteiligung des Kantons am ambulanten Notfalldienst, solange das Vorderland nicht Teil des Systems ist. Ein am Montag im Kantonsrat zur Debatte gestandener Nachtragskredit über 80000 Franken für das Jahr 2018 wurde zwar gesprochen, nicht aber ohne eine Ermahnung von Gesundheitsdirektor Mathias Weishaupt:

«Wenn kantonale Gelder gesprochen werden, müssen diese auch dem gesamten Kanton zugutekommen.»

Heisst: Die Vorderländer Ärztinnen und Ärzte sollen ebenfalls am neu organisierten ambulanten Notfalldienst teilnehmen.

30 Tage Notfalldienst pro Jahr und Arzt

Hans-Anton Vogel zeigt sich erstaunt: «Dass Vorderländer Ärzte nicht teilhaben, ist eine Unterstellung. Zwei leisten seit 2018 Hintergrunddienst», sagt der Präsident der Appenzellischen Ärztegesellschaft. Hinzu kommen drei aus dem Hinter- und vier aus dem Mittelland sowie drei aus Innerrhoden.

«Das sind zwölf Ärzte, die sich die 365 Tage aufteilen»,

sagt Vogel. Ergo ergibt dies 30 Tage Notfalldienst pro Jahr für jeden Arzt. Die Notfalldienste hätten Konsequenzen auf die Arbeit der Ärzte im Alltag, seien manchmal nicht einfach zu bewältigen und wenig beliebt. 1000 Franken bekommt ein Arzt im Appenzellerland pro Hintergrunddienst.

«Wir können niemanden zwingen dies zu machen. Aber wir wollen, dass jene, die sich bereit erklären, auch einigermassen gut bezahlt werden»,

so Vogel. «Wir haben die Mittel nicht mehr, darum diese 80000 Franken. Noch ist der Bühlerer Hausarzt überzeugt: «Kanton und Ärztegesellschaft finden einen Konsens, weil die Vorderländer Ärzte in dieses Notfallsystem einbezogen sind und wir niemals Ärztinnen und Ärzte ausschliessen würden.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.