Verweilen unter Kuchenbäumen

Auf dem Unteren Brühl ist vor der Tonhalle ein neuer Park entstanden. Lauschige Ecken, neue Bänkli und Wasserspiele laden zum Sitzen und Liegen ein. Kenner werden einen heimlichen Botanischen Garten entdecken.

Odilia Hiller
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St. Gallen. Die St. Galler Bänkli-Frage erhält nochmals Auftrieb. Im nagelneuen Park vor der Tonhalle hofft ein neuer Kandidat auf gute Noten. Das Modell ist aus Holz und existiert in zwei Ausführungen, «normal» und als Liegebänkli. Dank Rückenlehne und Normhöhe dürfte es auch vielen Bänkli-Skeptikern gefallen.

Der Rest ist Geschmacksache, das findet auch Stadträtin Elisabeth Beéry von der Direktion Bau und Planung. Je nach Bauart der hinteren Körperhälfte sei doch jedem wieder eine andere Bänkliform die liebste.

Nicht die Sitzgelegenheiten allein, sondern der gesamte Park zwischen Tonhalle und Torstrasse haben im Laufe des vergangenen Jahres eine Generalüberholung erhalten. Gestern haben Stadträtin und Chef des Gartenbauamtes, Christoph Bücheler, an einer Medienorientierung durch das grüne Bijou geführt.

Auf dem Garagendach

Aus dem leicht trostlosen, eher verlassenen Touristen-Einfallstor in die Stadt ist mit Hilfe eines «Masterplans Unterer Brühl» eine weitere grüne Oase mitten in der Stadt entstanden.

Einen Platz zum Wohlfühlen wollten sie schaffen, erklärt die Baudirektorin. Je mehr es hier «lebe» und je mehr Menschen Lust hätten, sich auf den Bänken, Wiesen und Liegeflächen niederzulassen, desto besser. «Grünflächen, Bäume und Pflanzen sind wichtig für eine Stadt.» Die Fläche auf dem Unteren Brühl sei speziell, weil sie zu einem grossen Teil das Dach der darunterliegenden Parkgarage bilde. Diese war in einer ersten Etappe erneuert worden (siehe Kasten).

Weil dieser Untergrund für wurzelnde Bäume nicht der idealste sei, werden diese nur noch am Rand neu gepflanzt.

Birke darf in Ruhe sterben

Bäume und Pflanzen gibt es dennoch zuhauf. Ein klangvoller Name jagt den anderen: Da stehen zwei Kuchenbäume, ein Männlein und ein Weiblein, und befruchten sich gegenseitig, während darunter auf der Bank Verliebte turteln. Dazwischen wachsen «ondulierende Hecken».

Zwei vergreisende Birken sind noch von früher übriggeblieben. Sie dürfen laut Fachmann auf dem Unteren Brühl in Ruhe sterben und werden später ersetzt.

Es gibt Silberlinden und Tulpenbäume, teils alt, teils neu gepflanzt. Zwischen Rutenhirse und Lampenputzer führt ein neuer, mit Schrittplatten ausgelegter Weg hinüber zum Rankgerüst mit Kletterrosen, Klematis und anderen Schlingpflanzen.

Neu gepflanzt wurde eine Reihe von Silberlinden, ganz in der Nähe des chinesischen Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs.

Und vor der Tonhalle planschen Windelbabies in Wasserfontänen. Gleich neben den Süsskartoffeln.