Verwaltungsrat empfiehlt ein Ja

GÄHWIL. Auf dem ganzen Gemeindegebiet von Kirchberg beschäftigen sich die sieben Dorfkorporationen seit Monaten damit, ob sie in die politische Gemeinde inkorporieren wollen.

Merken
Drucken
Teilen
Peter Breitenmoser Präsident der Dorfkorporation Gähwil

Peter Breitenmoser Präsident der Dorfkorporation Gähwil

Auf dem ganzen Gemeindegebiet von Kirchberg beschäftigen sich die sieben Dorfkorporationen seit Monaten damit, ob sie in die politische Gemeinde inkorporieren wollen. So auch die Dorfkorporation (DK) Gähwil, welche das Gebiet von der Schmid-Garage bis zur Seelistrasse und von der Oetwilerstrasse bis zum Tennisplatz umfasst. Deshalb waren auch nicht alle Anwesenden vom Mittwoch Mitglied der DK Gähwil, sondern nur der Teil, der im Kern des gesamten Dorfes wohnt. Die DK Gähwil ist mittlerweile auch nur noch für die Wasserversorgung verantwortlich. Andere Bereiche wie TV und Internet wurden bereits an die Regionalwerk Toggenburg AG (rwt) abgegeben.

Immer mehr Vorschriften

Der Verwaltungsrat der DK empfiehlt den Mitgliedern, der Inkorporation in die politische Gemeinde am Wahltag des 18. Oktobers an der Urne zuzustimmen. Für diese Entscheidung nannte der Dorfkorporationspräsident Peter Breitenmoser einige Gründe. So machen unter anderem die zunehmenden Vorschriften immer mehr Bauchweh, wie er es ausdrückte. Sogar eine kleine DK wie Gähwil brauche eine eigene Anlagenbuchhaltung, ein internes Kontrollsystem, ein komplettes Qualitätsmanagement und auch die Prüfungen durch das Amt der Gemeinden seien intensiviert worden. Derzeit gebe es ausserdem eine Vielzahl an Ansprechpartnern für die Gähwiler, was verwirren könne. Mit einer Inkorporation gebe es später identische Entscheidungsträger sowie Ansprechpartner in allen Belangen. Zudem sei bei den jährlich stattfindenden Korporationsversammlungen immer mehr über dörfliche Interessen diskutiert worden. Allerdings nur von den Mitgliedern der DK, welche nur einen Teil der Gähwiler Bevölkerung ausmachen. Peter Breitenmoser sieht grosses Potenzial im zu diesem Zeitpunkt noch zu gründenden Verein «Gähwil vereint». Somit wären sowohl für die technischen Belange der DK sowie für die dörflichen Interessen die Nachfolgeorganisationen geregelt.

Versorgung gewährleisten

Schon in der Vergangenheit war von den Gähwilern oft zu hören, dass sie mit der Inkorporation ein Stück Selbständigkeit aufgeben würden. Dieses Argument kam auch am Mittwoch wieder zur Sprache. Peter Breitenmoser konnte aber ein Stück weit beruhigen: «Uns ist zugesichert worden, dass ein Mitglied in der Kommission Wasserversorgung der Gemeinde Kirchberg aus Gähwil stammen wird.» Auf lange Sicht gesehen könne die Wasserversorgung sowie ein stabiler Wasserpreis nur mit einer Inkorporation gewährleistet werden. Es kam auch die Frage auf, was die anderen sechs Dorfkorporationen zu diesem Thema beschlossen hätten. Bei einigen Dorfkorporationen wie derjenigen in Wolfikon oder Müselbach-Bäbikon ist der Entscheid vertagt worden. Die grösste DK aus Bazenheid sowie diejenige aus Kirchberg bleiben eigenständig. Christoph Häne, der als Gast anwesend war, appellierte aber an die Gähwiler, dass sie sich nicht von anderen Entscheidungen beeinflussen lassen. (masi)