Verwaltung startet mit neuer Struktur

In Appenzell Ausserrhoden gibt es künftig nur noch fünf Departemente. Mit der neuen Organisation soll die kantonale Verwaltung effizienter und billiger werden. Der Regierungsrat erhofft sich mehr Freiraum für strategische Vorhaben.

Michael Genova
Drucken
Teilen
Matthias Weishaupt Landammann Appenzell Ausserrhoden (Bild: pd)

Matthias Weishaupt Landammann Appenzell Ausserrhoden (Bild: pd)

AUSSERRHODEN. Mit dem Jahreswechsel ging in der kantonalen Verwaltung eine siebenmonatige Übergangszeit zu Ende. Seit 1. Juni 2015 führten die fünf Mitglieder des verkleinerten Regierungsrats vorübergehend sieben Departemente – künftig gibt es nur noch deren fünf. Landammann Matthias Weishaupt zieht eine positive Bilanz des Umbauprozesses: «Zwischendurch gab es schon Bedenken, ob der Zeitplan aufgehen würde. Aber schliesslich war es ein Erfolg.»

Überführung der Daten

Ein letzter sensibler Schritt war die Überführung der digitalen Daten in die neuen Departemente. Zwischen dem 30. Dezember und dem 2. Januar hatten die Kantonsangestellten deshalb keinen Zugriff auf Server und Datenbanken. Zum Jahresanfang wurde auch die neue Organisationsverordnung erlassen, welche festlegt, wie Regierung und Verwaltung ihre Arbeit organisieren. Bereits Mitte Dezember stellte der Kanton eine überarbeitete Website vor. Auf ihr wird für die Bürgerinnen und Bürger am sichtbarsten, wie die Departemente und die Ämter neu organisiert sind. Vor den Weihnachtsferien fällte der Regierungsrat zudem einen Grundsatzentscheid zu den Standorten der Ämter. «Seither wissen alle Mitarbeiter, wo sich künftig ihr Arbeitsplatz befinden wird», sagt Matthias Weishaupt.

Hauptsitz in Herisau

Die fünf neuen Departemente heissen Finanzen, Bildung und Kultur, Gesundheit und Soziales, Bau und Volkswirtschaft sowie Inneres und Sicherheit. Sie haben alle ihren Hauptsitz in Herisau. Nicht möglich war es, alle Ämter eines Departements unter einem Dach zu vereinen. Die wichtigsten Ämter sind jedoch in der Nähe der Departementsvorsteher angesiedelt. Am Beispiel des Departements Gesundheit und Soziales heisst dies: An der Kasernenstrasse 17 befinden sich das Amt für Gesundheit und das Amt für Soziales, das Veterinäramt sowie die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde bleiben an den bisherigen Orten. Nur eine Minderheit der Kantonsangestellten muss den Arbeitsplatz wechseln. Die meisten Umzüge finden im Laufe des kommenden Vierteljahres statt, einige sogar erst im nächsten Jahr. Zwar bleibt die Mehrheit der Standorte bestehen, einzelne Ämter müssen sich jedoch auf grössere Veränderungen einstellen. So zieht das Amt für Kultur von der Schützenstrasse in Herisau nach Trogen, wo sich auch die Kantonsbibliothek befindet.

Effizienter, billiger

Was wird nun besser mit der neu organisierten kantonalen Verwaltung? Im Vorfeld war viel von professionelleren und effizienteren Strukturen die Rede. Dazu gehört, dass neu alle Departementssekretäre und Amtsleiter eine Stellvertretung haben. Damit soll gewährleistet werden, dass die Geschäfte bei Abwesenheit der Leiter optimal weiterlaufen. «Das war bislang eine grosse organisatorische Schwäche», sagt Landammann Matthias Weishaupt. Die neue Regelung bringe zudem eine Entlastung, so dass sich die Regierungsmitglieder noch stärker um strategische Fragen kümmern könnten.

Ein weiterer Vorteil der Reorganisation ist laut Weishaupt, dass es in der Verwaltungsstruktur deutlich weniger Ämter gebe. Das reduziere die Zahl der Schnittstellen und Ansprechpartner. Als Konsequenz fänden weniger Sitzungen statt, das Arbeiten werde effizienter. Die schlankeren Strukturen führen laut Weishaupt dazu, dass die Verwaltung mittelfristig billiger werde. Zum einen fielen die Kosten für einige Kaderstellen weg. Dank besserer Strukturen müsse der Kanton zudem weniger Leute einstellen, um zusätzliche Aufgaben zu bewältigen.

Aktuelle Nachrichten