Verwaltung macht Bauchweh

Die Kirchgemeindeversammlung auf dem Ricken wurde von einem Rücktritt und Unstimmigkeiten bei der Gründung der Seelsorgeeinheit überschattet.

Stefan Füeg
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RICKEN. Der Präsident Jürg Hilbi durfte die Versammlung am Freitagabend nur mit dem Segen der katholischen Administration führen. Der Grund: Hilbi ist vom Ricken weggezogen. Er habe sich aber dafür eingesetzt, dass er bis Ende der Amtsdauer 2015 sein Mandat ausüben dürfe. «Dies hat vor allem mit der Schaffung der Seelsorgeeinheit zu tun, denn da gibt es noch viel zu tun, und das wollte ich nicht einem Nachfolger, der noch nicht in Sicht ist, überlassen», so Hilbi. Und gerade auf diese Seelsorgeeinheit verwies er in verschiedenen Sätzen. Das Seelsorgeteam, dies bestätigte auch der Pfarrer Andreas Schönenberger, dieses habe sich gefunden. Auf der Stufe der Verwaltung herrschten aber, so Hilbi, immer noch diverse Unstimmigkeiten. «Man muss sich vorstellen, eine grosse Kirchgemeinde und sechs kleine werden zusammengefasst, wer hat nun das Sagen?», diese Frage stellte der Präsident in die Runde. Die grosse, Wattwil, möchte nach seinen Aussagen die federführende Rolle übernehmen, da stelle er sich aber quer. Und auch andere Kirchgemeinden seien dieser Meinung.

Die Stimmen bündeln

Vor allem gelte es, im zu gründenden Zweckverband die Stimmen zu bündeln. «Wenn wir nach der Anzahl Kirchbürger gehen, dann hat Wattwil einzig das Sagen, und das geht nicht», erklärte Hilbi. Es werde bis Ende Jahr noch unzählige Gespräche brauchen, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Ihm und auch anderen schwebe vor, dass Wattwil nur zusammen mit einer der kleineren Kirchgemeinden bestimmen könne, aber dazu brauche es eben auch den guten Willen des Toggenburger Hauptortes. Die feierliche Einsetzung der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg findet trotz allen Schwierigkeiten am 23. August durch den Bischof Markus Büchel statt.

Um die Kontinuität im Kirchenverwaltungsrat auch nach dem per Ende Jahr zurücktretenden Jürg Hilbi zu gewährleisten, haben sich nach seinen Worten der langjährige Kassier Bruno Eichmann und das Mitglied Rahel Blöchlinger entschlossen, weiterzumachen. Nebst Hilbi hat auch Edith Strassmann ihre Demission eingereicht. Bei ihrer Vakanz sei man auf gutem Weg. Der Präsident forderte die Anwesenden auf, auch für sein Amt Interesse zu zeigen.

Mit Plus abgeschlossen

Die ordentlichen Geschäfte konnten an der Kirchgemeindeversammlung Ricken ohne Wortbegehren abgehandelt werden. Die Rechnung schloss mit einem Plus von über 36 000 Franken, was vor allem auf höhere Steuereinnahmen als budgetiert zurückzuführen sei. Ebenfalls genehmigt wurde der Steuerplan, der Steuerfuss bleibt unverändert bei 24 Prozent.

Trotz all den erwähnten Differenzen, am Schluss der Versammlung offerierte die Kirchgemeinde traditionsgemäss einen kleinen Umtrunk und Imbiss.

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