Vertrauen in die Zukunft

SCHWELLBRUNN. Milchwirtschaft und Aufzucht gehören aus Tradition zur Familie Preisig auf dem Landersberg in Schwellbrunn. Aber auch die selber hergestellten Produkte von Gertrud Preisig sind ein Betriebszweig.

Martin Brunner
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Gertrud und Louis Preisig haben ihren Hof vor fast zwei Jahren an Roman und Karin Preisig übergeben. (Bild: mbr)

Gertrud und Louis Preisig haben ihren Hof vor fast zwei Jahren an Roman und Karin Preisig übergeben. (Bild: mbr)

Gertrud und Louis Preisig vom Landersberg in Schwellbrunn strahlen, wenn sie von ihrer Arbeit erzählen, allerdings aus unterschiedlichen Gründen. Gertrud Preisig hat sich seit 25 Jahren ganz der Herstellung von Produkten aus dem Appenzellerland verschrieben. Bei Louis Preisig sind es die Tiere, die einen besonderen Stellenwert haben und die ihm besonders am Herzen liegen.

Produkte sind beliebt

Gertrud Preisig hat vor rund 25 Jahren begonnen, Produkte vom Bauernhof unter die Leute zu bringen. «Ich hatte schon immer Freude an der Gartenarbeit», erzählt sie. «Den Ertrag konnten wir jeweils kaum selber essen.» Als es in Herisau um die Gründung eines Bauernmarktes ging, machte sie deshalb gerne mit. Doch dafür musste sie wiederum mehr produzieren, was sie auch gerne machte. Mit «Rundum gesund» kam ihr Geschäft so richtig in Schwung. Als diese Marke verschwand, musste sie deshalb vor 15 Jahren selber noch aktiver in die Vermarktung einsteigen. Bereits 1997 nutzte sie deshalb mit www.preisig. schwellbrunn.ch das Internet. «Dieser Kanal ist heute vor allem in der Winterzeit wichtig.»

Grosse Palette

Heute gehört mit diversen Confis, Quittenpaste, Zuckermandeln, Meringueschalen, Sirups, Likörs, Punsch, Bärlauchpaste, Frischkäse, Geschenktröckli mit regionalen Produkten und vielem mehr eine grosse Palette zu ihrem Angebot. Viele Privatpersonen beliefert Gertrud Preisig per Post. Andere finden ihre Sachen in verschiedenen Läden in der Umgebung. «Möglich war das nur, weil ich zu Hause arbeiten konnte», betont sie und ergänzt: «Mir macht diese Arbeit einfach Freude, obwohl es manchmal schon etwas viel ist, vor allem jetzt vor Weihnachten.» Doch als sie erwähnt, dass sie bald einmal aufhören wolle, lacht ihre Familie herzlich. Ihre Angehörigen wissen, wie sehr ihr dieser Bereich am Herzen liegt.

Herzblut für Kühe

Mit ebenso viel Herzblut setzte sich Louis Preisig seit 1981 für seine Milchkühe ein. 14 Kühe und 13 Aufzuchttiere leben heute auf dem Hof mit den 15 Hektaren in der Bergzone 2. «Ich war schon als Kind oft im Stall anzutreffen», sagt er. «Der Umgang mit den Kühen machte mir schon immer Freude.» Doch da muss mehr gewesen sein, denn seine Frau erwähnt, dass er ein gutes Auge habe für die Tiere und an der Schwellbrunner Viehschau oft Kühe in die vorderen Ränge gebracht habe. «Mir kommt er manchmal vor wie ein Kuhflüsterer», sagt sie. «Er weiss sehr früh, wenn mit einem Tier etwas nicht stimmt.» Schwierig ist allerdings die Bewirtschaftung des Betriebs, sind doch alle Hänge recht steil. Trotzdem hilft er heute gerne seinem Sohn, wo er kann.

In vierter Generation

Denn Roman und Karin Preisig sind es, die heute den Betrieb mit einem einmaligen Blick in Richtung Bodensee führen. Sie haben ihn vor fast zwei Jahren in vierter Generation übernommen. «Ich lernte Landmaschinenmechaniker», erzählt Roman Preisig. «Doch nach der RS wurde mir klar, dass ich gerne in der Natur arbeiten möchte. Deshalb holte ich die landwirtschaftliche Ausbildung nach und kann nun so arbeiten, wie es mir entspricht.» Karin Preisig ist im Zürcher Oberland auf einem Bauernbetrieb mit Milchwirtschaft, Ackerbau und Obstbau aufgewachsen. Sie hat sich im Appenzellerland gut eingelebt und fühlt sich wohl. Auf dem Hof ist sie im Einsatz, wenn dies notwendig ist. Zur Hauptsache aber kümmert sie sich um die zweijährige Svenia und den halbjährigen Fabian sowie den Haushalt. «Ab 2015 werde ich wieder zu 40 Prozent als Pflegefachfrau auf der Notfallstation im Kinderspital St. Gallen arbeiten», sagt sie. Beide sind zuversichtlich, dass sie auf diese Weise auch in Zukunft bestehen können. «Was genau passieren wird in der Landwirtschaft, wissen wir nicht», sagen sie. «Doch unsere Freude an der Landwirtschaft ist gross und wir werden versuchen, uns falls nötig anzupassen.»