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Gemeinde Speicher versteigert Pächterhaus: Die Gant endet in Tränen

Das Pächterhaus in Speicher wechselt für 658'000 Franken die Hand. Die Freude bei den neuen Besitzern ist gross.
Astrid Zysset
Verwaltungsgeneralist Fredy Schläpfer führte im Auftrag der Gemeinde die Versteigerung durch. (Bild: Astrid Zysset)

Verwaltungsgeneralist Fredy Schläpfer führte im Auftrag der Gemeinde die Versteigerung durch. (Bild: Astrid Zysset)

Speichers Gemeindepräsident Paul König zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis der Gant: «Jeder Betrag, der über dem Mindestgebot liegt, ist gut.» Vergangenen Mittwoch kam das ehemalige Pächterhaus «Vorderer Flecken 1» im Buchensaal unter den Hammer. Das Mindestgebot betrug 600'000 Franken. Für 658'000 Franken erhielt das Ehepaar Bischof aus Speicher den Zuschlag. Amanda Bischof brach, nachdem klar wurde, dass das Haus ihr zugesprochen worden war, in Tränen aus. Eine Reaktion, mit welcher König nicht gerechnet hatte.

«Ich sah, wie sie mitfieberte und hoffte, dass der Preis nicht zu sehr in die Höhe getrieben wurde», erinnerte er sich. Die Erleichterung bei Bischofs war dementsprechend gross, als ihre persönliche Limite dann doch nicht überschritten wurde.

Zwei Parteien boten an der Versteigerung mit. Relativ wenige, befanden sich im Vergleich dazu doch rund 50 Personen im Saal, welche die Gant mitverfolgten. König freute sich in seinen einleitenden Worten noch, dass die Menschen so zahlreich erschienen seien. Den Preis vermochte dieses Aufgebot jedoch nicht in die Höhe zu treiben.

Gantregel: Gekauft wie gesehen

Im September gab die Gemeinde bekannt, die gemeindeeigene Immobilie, ein ehemaliges Pächterhaus, abstossen zu wollen. Das Haus war Teil des Landwirtschaftsbetriebs «Schönenbüel». Um eine objektive Gleichbehandlung aller Kaufinteressenten zu gewährleisten, entschied sich der Gemeinderat zu einer öffentlichen Gant. Mitsteigern durfte jeder, der über die notwendigen flüssigen Mittel verfügte – eine entsprechende Bestätigung musste der Gantkommission vorgelegt werden. Der Verkehrswert des Hauses lag bei 445'000, das Mindestgebot bei 600'000 Franken. Zum Haus, das seit Frühling unbewohnt ist und einen grossen Sanierungsbedarf aufweist, gehört ein abparzelliertes 966 Quadratmeter grosses Grundstück in der Landwirtschaftszone, ein Unterstand wie auch eine Gartenanlage.

Verwaltungsgeneralist Fredy Schläpfer, der die Gant durchführte, ermahnte die Anwesenden, dass das Objekt so gekauft werde, wie gesehen. Im Klartext: «Findet sich unterhalb der Stube ein verstecktes Atommüllendlager, ist das Ihr Problem. Findet sich eine Erdölquelle, ist dies Ihr Glück», so Schläpfer. Die Gemeinde bot eine individuelle Besichtigung des Hauses im Vorfeld der Versteigerung an. Gemäss Schläpfer nutzten 17 Personen diese Möglichkeit. Schriftliche Gebote gingen vor der Gant keine ein.

Die Versteigerung selbst gestaltete sich unspektakulär. Die beiden Parteien, die Interesse am Haus zeigten, schritten langsam in 1000er-Schritten dem schlussendlichen Kaufpreis entgegen. Nach rund einer halben Stunde war der Spuk vorbei und der Zuschlag wurde erteilt. Nichtsdestotrotz sprach Schläpfer von einem «nicht alltäglichen Ereignis», das die Gant wohl sei. Er selbst führe seit 1975 regelmässig solche durch.

Familie Bischof möchte dem ehemaligen Pächterhaus neues Leben einhauchen. Sie plant, ein Bauernhaus zu erstellen. Wann genau der Einzug erfolgen wird, ist allerdings noch offen. Zuerst wurde der Zuschlag gefeiert – und die Unterschriften unter das Protokoll der Gant gesetzt, was der verbindlichen Kaufabsicht entsprach.

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