Verständigung im Gebärsaal ist herausfordernd

«Sprachschwierigkeiten bei Geburten kommen oft vor und stellen ein grosses Problem dar», sagt Christiane Saaro, Stv. Leitende Hebamme am Spital Wil.

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«Sprachschwierigkeiten bei Geburten kommen oft vor und stellen ein grosses Problem dar», sagt Christiane Saaro, Stv. Leitende Hebamme am Spital Wil. Die Verständigung sei bei einer Geburt sehr zentral, da die Hebamme auf Rückmeldungen der Gebärenden angewiesen sei, und diese ihrerseits Anweisungen und Fragen der Hebamme verstehen sollte. «Häufig ist in solchen Fällen ein Familienmitglied anwesend, um zu übersetzen», so Christiane Saaro. Damit könne das Problem abgeschwächt werden. Allerdings sei dann für die Hebamme oft nicht klar, ob alles richtig übersetzt und verstanden werde. «Handelt es sich beim Übersetzenden um den Ehemann, kann dies ebenfalls Schwierigkeiten mit sich bringen, da sich Ehepaare in gewissen Kulturkreisen nicht über <Frauenthemen> wie beispielsweise Blutungen unterhalten. So kann es vorkommen, dass dem Ehemann der entsprechende Wortschatz fehlt», erklärt Christiane Saaro. Oft werden die Gebärenden deshalb von einer weiblichen Angehörigen, etwa der Schwägerin, begleitet, die übersetzt. Wenn kein Angehöriger zur Verfügung steht, organisiert das Spital Wil für Schwangerschaftskontrollen oder Vorbereitungsgespräche offizielle Dolmetscher. «In diesen Gesprächen versuchen wir so viel Informationen wie möglich abzugeben, da während der Geburt kein Dolmetscher anwesend ist», so Saaro. Während der Geburt könne im schlimmsten Fall auch auf Bild-Text-Karten zurückgegriffen werden. (uam)