Wie sich Ausserrhoder Bauern vor Risiken schützen

Ob finanziell oder rechtlich, die Vorsorge hat auch bei Bauern einen hohen Stellenwert.

Martin Brunner
Drucken
Teilen
Präsident Beat Brunner (links) und Peter Dörflinger, Kesb AR, an der Januartagung des Ausserrhoder Bauernverbands.

Präsident Beat Brunner (links) und Peter Dörflinger, Kesb AR, an der Januartagung des Ausserrhoder Bauernverbands.

Bild: Martin Brunner

Wie andere Unternehmen kann auch ein Betriebsleiter eines Bauernhofes seine Risiken versichern. Für Pflegekosten, Arbeitsunfähigkeit, Erwerbsausfall, Kosten im Alter, Todesfall und weiteres gebe es individuell passende Möglichkeiten, sagte Hanspeter Flückiger von der Agrisano an der Januartagung des Bauernverbandes AR in Teufen. Das gelte auch für seine Angestellten, nicht aber für mitarbeitende Familienmitglieder. Arbeitslosen- und Unfallversicherung oder berufliche Vorsorge und Krankentaggeld seien in diesem Fall nicht obligatorisch. Dieser Sonderfall gelte aber nur für bestimmte Rechtsformen. Hanspeter Flückiger ergänzte jedoch: «Versicherbar sind alle Konstellationen.»

Vorsorge betrifft aber nicht nur den finanziellen, sondern auch den rechtlichen Teil, zum Beispiel mit einer Patientenverfügung und einem Vorsorgeauftrag, beide freiwillig. Zwar sei von Gesetztes wegen bei Urteilsunfähigkeit bereits für einiges gesorgt, sagte Peter Dörflinger, Leiter der Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde AR (Kesb). Mit einer Patientenverfügung könne man zusätzlich genauere Angaben für medizinische Massnahmen machen, also solche, die man akzeptieren und solche, die man ablehnen würde. Anders im Vorsorgeauftrag. Hier gehe es darum, zu bestimmen, wer eine urteilsunfähige Person in welchen Bereichen vertreten dürfe. Hauptbereiche seien die Personensorge, die Vermögensverwaltung und die rechtliche Vertretung. Dies müsse entweder handschriftlich ausgeführt oder öffentlich beurkundet werden. Seit dem 1. Januar 2019 bestehe die Möglichkeit, dieses Dokument bei der Ausserrhoder Kesb zu hinterlegen. Im Ernstfall müsse die Kesb von Gesetzes wegen prüfen, ob der Vorsorgeauftrag formal gültig, die betroffene Person urteilsunfähig und die Vertretung geeignet sei. Der Vorteil dieses Vorsorgeauftrages sei, dass man vieles selber regeln könne. Wenn nichts vorgesorgt worden sei, so müsse die Behörde eine Vertretungsbeistandschaft einrichten, die dann über einige Weisungsrechte verfüge.

Wolf ist identifiziert

Zur Abstimmung kommen dieses Jahr die Initiativen für sauberes Trinkwasser und für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide. Präsident Beat Brunner sagte, dass ausschliesslich biologische Landwirtschaft illusorisch sei. Dies zeige sich im Moment daran, dass neue Biomilchbauern ihre Biomilch nicht in diesen Kanal liefern könnten, weil der Absatz nicht funktioniere. Zudem müssten bei einer Annahme viele Lebensmittel importiert werden. Im Widerspruch zu den Initiativen stehe, dass mit Mercosur ein Freihandelsabkommen angestrebt werde, bei dem die Produktionsart oft fragwürdig sei. Regierungsrat Dölf Biasotto erklärte, dass im Bereich Gewässerraumausscheidung in der Gemeinde Waldstatt ein Pilotprojekt geplant sei. Man wolle die Auswirkungen bei unterschiedlichsten Bachbreiten erforschen.

Zudem bestätigte er, dass es sich beim Wolf in Appenzell um M109 gehandelt habe. «Die Präsenz von Wölfen dürfte zunehmen. Was wiederum heisst, dass der Herdenschutz einen immer höheren Stellenwert bekommt.»