«Verpflichtung nicht gegenüber Partei, sondern gegenüber Volk»

Daniel Egger
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Marianne Koller mag nicht mehr, ein neuer Regierungsrat muss her. Parteien haben nominiert und sind am Rechnen, drücken Daumen, denn ihr Trumpf soll stechen. Für die Regierung sind es deren drei, fürs Landammann-Amt Signer oder Frei. Ob Mann, ob Frau, ist jetzt nicht mehr zentral, Schmid mutiert zum Mann, reine Männerwahl! An den Podien geben sich die Kandidaten gelassen, alles wird nun besser werden, ich kann’s kaum fassen. «Ausserrhoden first» hört man aus der Kandidaten Munde, am 12. Februar feiern wir, und dies in fröhlicher Runde! Der Spitalverbund ist auch ein Thema, wer trägt die Schuld? Die Antwort bleibt offen, wir bitten noch um etwas Geduld! Man möchte es nach der Spesenaffäre wieder harmonisch, halb so schlimm, die Auszahlung erfolgte ja salomonisch. Von unerwarteter Seite wird parteiübergreifend unterstützt, warum denn nicht, wenn es uns bei späteren Wahlen nützt? Die Wahlmaschinerie ist im vollen Gang, Strategen sind gefragt beim Stimmenfang. In deren Auftrag werden eifrig Leserbriefe geschrieben, eine Frage bleibt, wird da manchmal nicht übertrieben? Bei der Landammannwahl ist man sich schnell schlüssig, kein Wahlkampf, denn Paul und Köbi möchten es genüsslich. Von Wahlversprechen halte ich wenig und gebe zu, vieles scheint nebulös, verpufft wieder im Nu. Entscheide in der Regierung brauchen manchmal Mut, daher wähle ich am 12. Februar den parteiunabhängigen Peter Gut.

Daniel Egger

Nordstrasse 8, 9410 Heiden

Wer politisch etwas interessiert ist, der weiss, welche Partei welchen Standpunkt einnimmt. Ja, die Parteien sind in ihrer Position – so könnte man meinen – verlässlich. Gerade weil sie scheinbar so verlässlich sind, habe ich mir bisher meine Meinung immer parteiunabhängig gemacht. Wenn man nun liest, welche Koalitionen im Zusammenhang mit der Ausserrhoder Regierungsratswahl geschlossen werden, hinterlässt dies doch einen sehr fahlen Beigeschmack. Die CVP unterstützt die Kandidatin der SVP, die SP den Kandidaten der FDP. Da fragt sich der Unabhängige doch: Welche politischen Strategien werden hier verfolgt? Werden hier etwa schon Allianzen im Hinblick auf zukünftige Regierungsratswahlen geschmiedet?

Angesichts dieses partei-politischen Wirrwarrs bin ich dankbar, dass wir Ausserrhoderinnen und Ausserrhoder eine Wahl haben. Eine gute Wahl! In der Appenzeller Zeitung vom Samstag, 21. Januar, wirft Jesko Calderara Peter Gut vor, sich nur schwer einordnen zu lassen. Ein Urteil, welches so ausfällt, weil Peter Gut die Frage nach seiner politischen Haltung nicht beantworte. Gerade dafür bin ich Peter Gut dankbar. Er nimmt sich die Freiheit (und hat den Mut und den Verstand dazu), sich eine eigene Meinung zu bilden. Diese basiert auf seiner politischen und persönlichen Erfahrung, auf seinen fundierten Kenntnissen unseres Kantons und im Wissen um seine Verpflichtung gegenüber dem Ausserrhoder Volk – und nicht gegenüber einer Partei. Lieber Peter Gut, wir werden wohl nicht immer einer Meinung sein, aber ich bin überzeugt, mit Ihnen einen eigenständigen, selbst denkenden und verantwortungsvollen Mann in die Regierung zu wählen.

Rolf Liechti

Schützenstrasse 50, 9100 Herisau