Vernunft hat gesiegt

Die Kostenfragen habe letztlich den Ausschlag gegeben für das Abstimmungsergebnis. Mit der gestrigen Abstimmung scheint das Thema nun für längere Zeit ad acta gelegt. Das schreibt Karin Erni in ihrem Kommentar zur Abstimmung über das Kurztunnel.

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Seit 70 Jahren beschäftigt die Tunnelfrage Teufen immer mal wieder. Mit der gestrigen Abstimmung scheint das Thema nun für längere Zeit ad acta gelegt. Die Initianten eines Kurztunnels standen einer Phalanx aus Gemeinderat, Kantonsregierung und Appenzeller Bahnen gegenüber. Der Kurztunnel hatte Schwächen, das war auch den Initianten bewusst. Vielleicht hatten sie insgeheim doch gehofft, dass ein Ja zum Kurztunnel die aus dem Rennen gefallene lange Langtunnelvariante wieder ins Spiel bringen würde.

Letztlich hat aber wohl schlicht und einfach die Kostenfrage den Ausschlag gegeben. Von Gegnerseite war immer wieder betont worden, dass die Doppelspur das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweise. Der Kanton drohte, den Kurztunnel nicht zu unterstützen. Investitionen in Infrastrukturprojekte sind für die Zukunft. Wie die Mobilität in zwanzig oder noch mehr Jahren aussehen wird, steht in den Sternen. Falls dereinst ein anderes Verkehrsmittel als eine Eisenbahn zwischen St.Gallen und Appenzell zirkulieren sollte, sind ein paar Schienen jedenfalls schneller entfernt als ein teurer Tunnel einer neuen Verwendung zugeführt.

Karin Erni
karin.erni@appenzellerzeitung.ch