Appenzeller Heilbad: Verlust trotz steigender Gästezahlen im Geschäftsjahr 2019

Das Appenzeller Heilbad verzeichnet 2019 mehr Besucher als im Vorjahr, schreibt aber noch immer rote Zahlen. Am kommenden Sonntag öffnet die Anlage im Unterrechstein wieder.

Jesko Calderara
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Mit dem Schritt hin zu einem Gesundheitszentrum soll das Appenzeller Heilbad weniger wetterabhängig werden.

Mit dem Schritt hin zu einem Gesundheitszentrum soll das Appenzeller Heilbad weniger wetterabhängig werden.

Bild: Benjamin Manser

Dreieinhalb Monate war das Appenzeller Heilbad wegen der Coronakrise geschlossen. Am kommenden Sonntag öffnet die Anlage in Unterrechstein unter Einhaltung der Distanz- und Hygieneregeln wieder. Auswirkungen hat die Pandemie auch auf die geplanten Investitionen. Das Appenzeller Heilbad möchte einen weiteren Schritt in Richtung Gesundheitszentrum machen.

Dazu wird der südliche Teil des Gebäudes aufgestockt und ein öffentliches Fitnesscenter mit 200 Quadratmetern, eine Dachterrasse mit Liegemöglichkeiten und Physiotherapieräume gebaut. Bei diesem Projekt gibt es nun eine zeitliche Verzögerung. Mit den Bauarbeiten konnte nicht wie ursprünglich geplant im April begonnen werden. Die Erweiterung, welche eine Million Franken kostet, wird gemäss einer Medienmitteilung nun bis Ende Oktober realisiert.

Bereits im Februar wurde die Zusammenarbeit des Heilbads mit der Orthopädie St.Gallen im Bereich der Rehabilitation bekannt. Deren Inhaber Pierre Hofer und Peter Mewe werden in Unterrechstein eine Physiotherapie betreiben.

Besucherfrequenz steigt um drei Prozent

Mit diesem Schritt möchte der Verwaltungsrat die Wetterabhängigkeit des Unternehmens verringern. Dieses Problem hatte in den letzten Jahren einen starken Einfluss auf den Geschäftsgang. Der Ende 2017 erfolgte Totalumbau der Badeanlage trage nun aber erste Früchte, heisst es im Geschäftsbericht 2019. So ist die Besucherfrequenz im vergangenen Jahr gegenüber 2018 um drei Prozent gestiegen. Insgesamt wurden 64599 Eintritte verzeichnet, am meisten zwischen Januar und März.

Trotzdem resultierte 2019 ein Verlust von rund 130000 Franken. Im Vorjahr betrug das Minus noch fast 490000 Franken. Das vergangene Geschäftsjahr zeigte in die richtige Richtung, nämlich aufwärts, schreibt der Verwaltungsrat. Vielversprechend war auch der Jahresbeginn. Bevor der Lockdown kam, stiegen die Besucherzahlen und somit der Umsatz weiter an.

Während der Coronakrise wurde für die Mitarbeitenden Kurzarbeit beantragt und ein Covid-19-Kredit in Anspruch genommen. In ihrem Ausblick befürchten die Verantwortlichen nach der Wiederöffnung tiefere Besucherfrequenzen. Es werde wohl mindestens bis Herbst dauern, bis sich die Nachfrage allmählich erholen wird.

Zwei neue Mitglieder im Verwaltungsrat

Jennifer Abderhalden ist neu im Verwaltungsrat.

Jennifer Abderhalden ist neu im Verwaltungsrat.

Bild: PD

Die diesjährige Generalversammlung der Mineral- und Heilbad Unterrechstein AG musste coronabedingt schriftlich durchgeführt werden. 360 Aktionärinnen und Aktionäre haben daran teilgenommen, was zu einer überdurchschnittlich hohen Stimmbeteiligung von 60 Prozent führte. Alle Geschäfte sind mit grosser Mehrheit angenommen worden. Im Hinblick auf bevorstehende Rücktritte wurden Jennifer Abderhalden (Speicher) und Beat Bouquet (Wald) neu in den Verwaltungsrat gewählt.