Verlust an Gemeindeautonomie

Leserbrief zum Thema Naturpark Naturpärke werden europaweit vorangetrieben. In Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich gibt es bereits jeweils 45 bis 105 Naturpärke. In der Schweiz sind zwei in Betrieb, 17 in der Projektphase und sechs bis zehn Projekte befinden sich in der Abklärung.

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Leserbrief zum Thema Naturpark

Naturpärke werden europaweit vorangetrieben. In Frankreich, Italien, Deutschland und Österreich gibt es bereits jeweils 45 bis 105 Naturpärke. In der Schweiz sind zwei in Betrieb, 17 in der Projektphase und sechs bis zehn Projekte befinden sich in der Abklärung.

Schaut man auf www.paerke.ch nach, bekommt man einen Eindruck von der Tragweite solcher Anlagen. So müssen Landschafts- und Ortsbilder erhalten und möglichst aufgewertet werden. Beeinträchtigungen sollen bei Gelegenheit vermindert oder behoben werden. Schützenswerte Lebensräume einheimischer Tier- und Pflanzenarten sollen aufgewertet und vernetzt werden. Eine nachhaltig betriebene Wirtschaft soll gestärkt werden. Ebenso nachhaltig produzierte regionale Produkte, nachhaltiger Tourismus, Naherholungsformen, die Nutzung erneuerbarer Energieressourcen und nachhaltige Mobilität sollen gefördert werden. Auch die Verbesserung des Dienstleistungsangebots ausserhalb des Tourismus gehört dazu. Weiter soll die Sensibilisierung und Umweltbildung für ökologische, kulturelle, historische und wirtschaftliche Besonderheiten des Parkgebiets vorangetrieben werden. Die Pflege und Weiterentwicklung des kulturellen Lebens darf nicht vergessen werden. Natürlich alles nachhaltig.

Die Trägerschaft plant minutiös, hält fortlaufend die Entwicklungen fest, kontrolliert und korrigiert diese. Die laufende Berichterstattung an den Kanton und Bund gehört selbstverständlich dazu.

Der Bund gewährt den Kantonen globale Finanzhilfen an die Errichtung, den Betrieb und die Qualitätssicherung von Pärken mit nationaler Bedeutung. Kantone, Gemeinden und allfällige Dritte beteiligen sich angemessen. Die Finanzierung muss für eine Programmperiode von zehn Jahren ausgearbeitet werden. In dieser Zeit gibt es keine Möglichkeit, die Vereinbarungen aufzulösen. Die Verordnungen zu den Naturpärken in der Schweiz sind direkt vom Eurek-Programm, also der EU, abgeschrieben worden.

Naturpärke schaffen neue nachhaltige Zwänge, denen sich beinahe alle Lebensbereiche der betroffenen Bewohner unterzuordnen haben. Manche Massnahmen würden auf freiwilliger Basis durchaus Sinn machen. Aber mit Naturpärken nationaler Bedeutung geben die betroffenen Gemeinden viel zu viel Selbstbestimmung und Freiheiten aus der Hand! Alles hat sich den Zielen zur Aufwertung der Pärke unterzuordnen. Zum Lohn werden auch die Steuerbelastungen und die Bürokratie nachhaltig zunehmen. Der Preis für die Auszeichnung mit Labels ist viel zu hoch!

Lisa Leisi,

9615 Dietfurt

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