Verkehrsführung
Ortsdurchfahrt Teufen: Jetzt wird ein Doppelspur-Tunnel geprüft

Die Verifizierung des Fahrplankonzeptes 2035 der Appenzeller Bahnen ist abgeschlossen. Zwei unabhängige Unternehmen bestätigen, dass die Anschlüsse an den Fernverkehr in St.Gallen nur mit einer Doppelspur gewährleistet werden können. Der Einspur-Tunnel ist somit definitiv vom Tisch. Was nun aber geprüft wird, ist ein doppelspuriger Tunnel.

Astrid Zysset
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Die Frage, wie die Züge der Appenzeller Bahnen durch Teufen gelangen sollen, ist schon lange ungeklärt. Schon mehrfach wurde über einen Tunnel abgestimmt. Der letzte Urnengang über einen Tunnel-Projektierungskredit wurde vergangenen September kurzfristig abgesagt, da eine einspurige Lösung nicht mit dem Fahrplankonzept 2035 vereinbar gewesen wäre.

Die Frage, wie die Züge der Appenzeller Bahnen durch Teufen gelangen sollen, ist schon lange ungeklärt. Schon mehrfach wurde über einen Tunnel abgestimmt. Der letzte Urnengang über einen Tunnel-Projektierungskredit wurde vergangenen September kurzfristig abgesagt, da eine einspurige Lösung nicht mit dem Fahrplankonzept 2035 vereinbar gewesen wäre.

Bild: David Scarano

Die Absage der Abstimmung über den Projektierungskredit für einen Bahntunnel durch die Gemeinde hatte vergangenen Sommer in Teufen für Unmut gesorgt. Die Appenzeller Bahnen und das kantonale Departement für Bau und Volkswirtschaft argumentierten, um das angestrebte Fahrplankonzept 2035 einhalten zu können, komme nur eine Doppelspur in Frage.

Die Appenzeller Bahnen sehen sich nun bestätigt. Am Freitag luden sie zu einer Medienorientierung. Die Verantwortlichen teilten mit, dass zwei unabhängige Unternehmen bestätigt haben, dass die von den Appenzeller Bahnen (AB) vorgenommenen Angebotskonzepte richtig seien. Will heissen: Die IC-Anschlüsse an den Fernverkehr am Bahnhof St.Gallen können ausschliesslich mit einer Doppelspur durch Teufen gewährleistet werden. Eine Einspurlösung respektive ein Tunnel würde dies nicht ermöglichen.

Regierungsrat Dölf Biasotto, Vorsteher des Departementes Bau und Volkswirtschaft.

Regierungsrat Dölf Biasotto, Vorsteher des Departementes Bau und Volkswirtschaft.

Bild: PD

Doppelspuriger Tunnel wird geprüft

Das vorliegende Ergebnis vermag wenig zu überraschen. Mit den nächsten Schritten war hingegen nicht zu rechnen. So teilen die AB mit, dass sie eine Machbarkeitsstudie für einen doppelspurigen Tunnel zwischen dem Bahnhof Teufen und Stofel in Auftrag gegeben haben. «Wir möchten uns später nicht dem Vorwurf aussetzen, wir hätten nicht alle Optionen geprüft», erklärt AB-Direktor Thomas Baumgartner diesen Schritt.

AB-Direktor Thomas Baumgartner.

AB-Direktor Thomas Baumgartner.

Bild: Ralph Ribi

Bis kommenden Sommer sollen erste Ergebnisse zur technischen Realisierbarkeit, der Gleisgeometrie, den Tunnelportalstandorten im Westen wie auch eine grobe Kostenschätzung vorliegen. Dass diese Resultate nicht denselben Detaillierungsgrad wie das oberirdische Doppelspurprojekt haben werden, ist sich Regierungsrat Dölf Biasotto bewusst. Aber es werde ersichtlich, welche «Schuhnummer» die Tunnellösung haben wird.

Bund plant Korridorstudie

Und noch eine Neuigkeit wurde am Freitag verkündet: Das Bundesamt für Verkehr (BAV) lanciert eine sogenannte Korridorstudie auf dem gesamten Netz der AB. Diese soll das Angebotskonzept wie auch die dazu erforderlichen Infrastrukturen auf der Strecke Trogen-St.Gallen-Appenzell aufzeigen. Im Klartext: Infrastruktur, Rollmaterial und Fahrplan werden auf ihre Abhängigkeiten hin überprüft, um ein reibungsloses Umsteigen in St.Gallen sicherzustellen. «Wir möchten die Frage der Streckenführung in Teufen endlich gelöst haben», sagt Anna Barbara Remund, Abteilungschefin Infrastruktur und Vizedirektorin des BAV. «Aber es macht auf langfristige Sicht Sinn, das gesamte Netz zu begutachten.» Bis im Sommer soll die Studie erarbeitet sein. Sie ist verbindlich. Änderungen sind dann nur noch möglich, wenn sie keine zusätzlichen Infrastrukturen auslösen.

Bahnhofskreisel soll 2022 gebaut werden

Die Tunnel-Machbarkeitsstudie wird ebenfalls in die Korridorstudie einfliessen. Ob es dann aber tatsächlich einen Tunnel in Teufen geben wird, dazu legt sich die Studie nicht fest. Anna Barbara Remund betont, dass die wirtschaftlichste und zweckmässigste Lösung der Ortsdurchfahrt propagiert wird. Biasotto hält fest, dass unter «zweckmässig» auch Aspekte der Nachhaltigkeit oder Sicherheit Einzug finden werden. «Es geht nicht nur darum, die kostengünstigste Variante zu finden.»

Dass die Planung rund um die Ortsdurchfahrt aufgrund der Studie und der Tunnel-Machbarkeitsabklärung nun eine erneute Zusatzschlaufe nehmen wird, ist für den Regierungsrat zu verschmerzen. «Wir nehmen uns jetzt nochmals die Zeit, um alle weiteren Schritte genau zu eruieren.» Dann aber sollen endlich Nägel mit Köpfen gemacht werden, so Biasotto weiter. Erste Schritte zur Realisierung erfolgen derweilen beim Bahnhofskreisel. Das Plangenehmigungsverfahren wird weitergeführt. 2021 sollen erste Vorarbeiten stattfinden, sodass der Kreisel 2022 gebaut werden kann.

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