Verkauf wird geprüft

An der Jahresversammlung der Katholischen Kirchgemeinde Herisau haben die Mitglieder die geplante Pinselrenovation der Liegenschaft im Mühlebühl gestoppt. Zuerst sollen alle Möglichkeiten abgeklärt werden, auch ein Verkauf.

David Scarano
Drucken
Teilen

Herisau. Der Katholischen Kirchgemeinde Herisau gehört die Liegenschaft im Mühlebühl 17. Vermietet hat sie sie an die Wohngemeinschaft Säntisblick. Das in die Jahre gekommene Gebäude hätte in diesem Jahr aussen saniert werden sollen. Der Kirchenverwaltungsrat hatte vor, die Fassade zu malen und so den Schindelschirm zu erneuern. Dafür hatte er im letzten Jahr eine ausserordentliche Einlage in der Höhe von 30 000 Franken in den Renovationsfonds getätigt.

An der Kirchgemeindeversammlung am Dienstagabend im Pfarreisaal haben zwei Anträge der Bürger den Verwaltungsrat jedoch dazu bewogen, die geplante Pinselsanierung vorerst zu sistieren. Ein Votant hatte die kurze Diskussion in Gang gebracht, indem er den Sinn des Vorhabens in Frage stellte. Er sagte, in der heutigen Zeit sei eine oberflächliche Sanierung nicht mehr angebracht. Wenn schon, sei über eine grundlegende, energetische Renovation nachzudenken. Er stellte schliesslich einen entsprechenden Antrag.

Der nächste Votant ging einen Schritt weiter. Er verlangte, der Kirchenverwaltungsrat müsse grundsätzlich abklären, was mit der Parzelle überhaupt möglich sei, bevor man Geld in das Gebäude investiere. Ausdrücklich erwähnte er auch einen Verkauf. Kirchenverwaltungsratspräsident Christoph Ledergerber verzichtete schliesslich auf die Abstimmung über die Anträge und teilte den 73 Stimmberechtigten mit, die Fragen bis zur nächsten Jahresversammlung zu klären. Ein Verkauf einer Liegenschaft ist für die Katholische Kirchgemeinde Herisau nichts Neues.

Bereits vor einigen Jahren wurde ein Gebäude an der Lindenstrasse veräussert.

Positive Rechnung 2009

Die gutbesuchte 57. Kirchgemeindeversammlung war ansonsten von der Rechnung 2009, dem Budget 2010 sowie der Festlegung des Steuerfusses für das kommende Jahr geprägt. Bei der Verwaltungsrechnung gelang dem Kirchenverwaltungsrat eine Punktlandung. Es resultierte bei Einnahmen von knapp 1,7 Mio. Franken ein Vorschlag von 6400 Franken. Das Resultat fiel jedoch gesamthaft gesehen besser aus.

Der Kirchenvorstand konnte zusätzliche 65 000 Franken in den Renovationsfonds einzahlen. Zum guten Ergebnis haben unter anderem die höheren Steuereinnahmen beigetragen. Auch fielen die Energiekosten tiefer aus als erwartet. Das Budget 2010 steht im Zeichen der Wirtschaftskrise und der Steuergesetzrevision. Wie Christoph Ledergerber mitteilte, rechnet die kantonale Steuerverwaltung mit einem Rückgang des Steuerertrags um 8,5 Prozent, was 130 000 Franken entspricht. Um trotzdem ein ausgeglichenes Budget zu erreichen, wurden diverse Beträge gekürzt.

Auch fallen die Einzahlungen in den Renovationsfonds wieder im üblichen Rahmen aus. Der Kirchenvorstand rechnet für 2010 gesamthaft mit einem kleinen Positivsaldo von 1000 Franken.

Keine Steuerfusserhöhung

Der Steuerfuss bleibt bei 0,45 Einheiten. Dies trotz diverser anstehender Veränderungen, die sich auch finanziell auswirken könnten. Unter anderem rechnet der Vorstand mit einem höheren Beitrag an das Bistum.

Eine weitere wichtige Änderung könnte die Einführung des ökumenischen Religionsunterrichts in der ersten bis fünften Klassen bedeuten. Voraussichtlich erfolgt die Einführung Mitte Jahr. Hingegen fällt das Gruppenmutterkonzept in der ersten und zweiten Klasse weg. Christoph Ledergerber machte sich für einen unveränderten Steuerfuss stark, weil man nicht auf Vorrat erhöhen solle. Man nehmen eine rote Zahl in Kauf und könne später noch reagieren, sagte der Präsident.

Aktuelle Nachrichten