Verfahrensdauer wirkt strafmildernd

APPENZELL. Drei Geschäftsleute, die sich gegen ihre Strafen wehrten, kamen im Berufungsprozess deutlich besser davon. Die Angeklagten wurden vom Betrugsvorwurf freigesprochen und nur noch wegen Urkundenfälschung verurteilt.

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Nach Abwägung aller Fakten entschied das Kantonsgericht, die Männer weniger hart zu bestrafen als vom Bezirksgericht beschlossen. (Bild: Donato Caspari)

Nach Abwägung aller Fakten entschied das Kantonsgericht, die Männer weniger hart zu bestrafen als vom Bezirksgericht beschlossen. (Bild: Donato Caspari)

Das Kantonsgericht sprach am Mittwoch in zweiter Instanz Geldstrafen gegen den 50-jährigen St.Galler Oberländer, den 53-jährigen Immobilienhändler aus Wil und den 56-jährigen Geschäftsmann aus Appenzell aus. Grund für die Strafmilderung ist die sehr lange Verfahrensdauer, wie aus dem Urteil hervorgeht.

Das Bezirksgericht Appenzell hatte die drei Männer in erster Instanz deutlich härter bestraft. Sie zogen den Fall ans Kantonsgericht weiter und beantragten Freisprüche. Die Staatsanwältin forderte in der Berufungsverhandlung teilbedingte Freiheitsstrafen von 35 und zwei Mal 24 Monaten.

Die drei Geschäftsleute hatten vor elf Jahren versucht, ins Trading-Geschäft einzusteigen und märchenhafte Gewinne zu erzielen. In London gerieten sie an einen Finanzbetrüger. Um ins Geschäft zu kommen, fabrizierten sie fiktive Kontoauszüge und Depositen-Zertifikate. Damit wollten sie ein Vermögen bei der UBS vorgaukeln. (sda/red.)

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