Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Verena Schneider betreibt in Urnäsch einen «Ein-Frau-Verlag»

Vor neun Jahren gründete Verena Schneider in Urnäsch den «boox»-Verlag. Seither hat sie 13 Bücher herausgegeben. Mit der Jugendkrimiserie «Mounteens» von Marcel Naas landete die 57-Jährige kürzlich einen Erfolg.
Claudio Weder
Home-Office: Verena Schneider in ihrem Verlagsbüro in Urnäsch, das gleichzeitig ihr Zuhause ist. (Bild: Claudio Weder)

Home-Office: Verena Schneider in ihrem Verlagsbüro in Urnäsch, das gleichzeitig ihr Zuhause ist. (Bild: Claudio Weder)

Als sich Verena Schneider für den Lehrgang «Literarisches Schreiben» anmeldete, spielte sie mit dem Gedanken, einmal Autorin zu werden. Doch es kam alles anders. «Während des Studiums merkte ich, dass viele Autorinnen und Autoren Mühe haben, einen Verlag zu finden», erzählt die gebürtige Winterthurerin. Kurzum beschloss sie damals, ihre Diplomarbeit der Schweizer Verlagslandschaft zu widmen – und gründete obendrein ihren eigenen Verlag, den «boox»-Verlag.

Was damals, im Jahr 2010, als ein Projekt mit viel «naivem Enthusiasmus» begann, hat sich heute zu einem immer professionelleren Nebengeschäft entwickelt. Seit Beginn ihrer Verlagstätigkeit konnte Verena Schneider 13 Bücher herausgeben, darunter Romane, Kurzgeschichten und Sachbücher für Erwachsene. Mit der Jugendkrimiserie «Mounteens» (siehe Infobox) des Zürcher Autors Marcel Naas konnte sie kürzlich auch etwas für jüngere Leser auf den Markt bringen. Mit Erfolg: Die beiden Bände verkauften sich bisher rund 2000 Mal. «Für unsere Verhältnisse ein Riesenerfolg», sagt die Verlegerin, die gemeinsam mit ihrem Mann in Urnäsch wohnt. Ebenso stolz ist sie auf das Buch «Ministerium der Liebe» von Bettina Gugger. Dieses wurde im vergangenen Jahr mit dem Literaturpreis der Stadt Bern ausgezeichnet.

Der Verlag soll weiter wachsen

Dennoch: Vom Verlagsgeschäft leben kann Verena Schneider nicht. Um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitet die 57-Jährige in einem 80-Prozent-Pensum als biomedizinische Analytikerin. In Zukunft würde sie aber gerne mehr Zeit im Verlagsbüro statt im Labor verbringen. Schritt für Schritt möchte die Bücherliebhaberin den «boox»-Verlag, den sie von zu Hause aus betreibt, weiter aufbauen.

«Jeden Rappen, den ich verdiene, investiere ich derzeit in Massnahmen, um meinen Verlag zu professionalisieren.»

Darunter fallen vor allem Aufwendungen für die drei freien Mitarbeitenden, welche Schneider derzeit beim Versand, in Grafiksachen sowie beim Korrektorat unterstützen. Den Rest, von der Manuskriptbeurteilung, dem Lektorat, bis hin zur Buchhaltung, Veranstaltungsorganisation und Medienarbeit macht die Verlegerin selber. Dies soll sich aber bald ändern. Einzelne Teilbereiche wie die Buchhaltung oder die Medienarbeit wolle sie in Zukunft auslagern. Denn: «Mit der Anzahl verkaufter Exemplare steigt auch der administrative Aufwand.»

Vom E-Book zum Taschenbuch

Verena Schneider verlegt ausschliesslich Texte von Autorinnen und Autoren, die in der Schweiz wohnhaft sind oder einen Bezug zur Schweiz haben. «Natürlich können wir nicht dasselbe bieten wie ein grosser Verlag.» Die kleinen Verlage, die für den Erhalt der Schweizer Literaturvielfalt unabdingbar seien, hätten gegenüber den grossen Konkurrenten aber einen entscheidenden Vorteil:

«Die Autorinnen und Autoren können mehr mitreden.»

Ebenso am Herzen liegt Verena Schneider die Umwelt. Weshalb sie den «boox»-Verlag ursprünglich als reinen E-Book-Verlag betreiben wollte. «Es war jedoch schwierig, Autoren zu finden, die nur E-Books schreiben.» Und so hat sie heute auch physische Bücher im Sortiment, wobei jedes auch in elektronischer Form erhältlich ist. Auf Umweltfreundlichkeit legt sie dennoch Wert: Sie verzichtet auf die Einschweissfolie aus Plastik und lässt die Bücher nur nach Bedarf drucken. Ein Prozent des Gewinnes spendet sie an eine Umweltschutzorganisation. Egal, ob sie rote oder schwarze Zahlen schreibt.

Hinweis: Mehr Infos unter www.boox-verlag.ch

Die «Mounteens»

Die Jugendbuchserie «Mounteens» von Marcel Naas handelt von der gleichnamigen Detektivbande, der die Dreizehnjährigen Sam, Lena, Matteo und Amélie angehören. Im fiktiven Bad Lärchenberg in den Schweizer Bergen zu Hause, kümmern sie sich um Spuren, denen sich die örtliche Polizei nicht annimmt. Der erste Band mit dem Titel «Berge, Ski und falsche Spuren» ist seit Oktober im Handel erhältlich. Der zweite Band mit dem Titel «Die Steinböcke sind los» erschien Anfang April. (wec)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.