Verein Solardorf Rehetobel will freistehende Solaranlage bauen

REHETOBEL. Nur wenige Tage nach dem atomaren Super-Gau in Fukujima wurde der Verein Solardorf Rehetobel gegründet. Ein halbes Jahr später plant er eine Photovoltaikanlage von 2200 Quadratmeter Nutzfläche. Und will damit auch die Behörden testen.

Guido Berlinger-Bolt
Merken
Drucken
Teilen
Sonnenterrasse Rehetobel: Ideal gelegen, um die Sonnenenergie in grösserem Umfang zu nutzen. (Bild: archiv)

Sonnenterrasse Rehetobel: Ideal gelegen, um die Sonnenenergie in grösserem Umfang zu nutzen. (Bild: archiv)

REHETOBEL. Das Problem dürfte mittlerweile allen klar sein: Zum einen steuert die Weltbevölkerung auf einen Ressourcen-Engpass hin – die globalen Gas-, Öl-, Kohle- und Uranvorkommen werden in nicht allzu ferner Zukunft erschöpft sein. Zum andern kann, wer News konsumiert, die ersten Folgen des Klimawandels immer weniger ausblenden. Diese Ausgangslage rief der Präsident des Vereins Solardorf Rehetobel, Christian Eisenhut, den Mitgliedern und Interessierten am Freitagabend an einer Informationsveranstaltung im Saal Sonnenhügel in Erinnerung.

Global und lokal

Solardorf Rehetobel versucht auf lokaler Ebene Antworten auf die globalen Herausforderungen umzusetzen. Eine solche Antwort ist die 2000-Watt-Gesellschaft. Nicht nur soll der Energieverbrauch jedes einzelnen sinken, die verbrauchte Energie soll auch zu einem wesentlichen Teil aus erneuerbaren Quellen stammen. Die Buchstaben des Worts Sonne bedeuten für die Mitglieder des Vereins «Spendet ohne Nebenwirkung nachhaltige Energie». Und das setzen sie unter anderem mit dem Bau einer Freiflächen-Photovoltaikanlage in Dorfnähe. 2200 Quadratmeter gross soll sie dereinst werden und nach dem Willen einer Projektgruppe zwischen der Heidenerstrasse und der tiefer liegenden alten Landstrasse zu stehen kommen.

Hürden nehmen

Die betroffenen Grundstücke gehören einerseits der Gemeinde, andererseits einer privaten Eigentümerin. Beide sind mit dem Aufbau einer Pilotanlage einverstanden. Aber natürlich bleiben viele Fragen offen und einige behördlichen und gesetzlichen Hürden zu überwinden. Die zu klären und zu nehmen, ist eines der grossen Ziele der ganzen Übung.

Die Freiflächen-Anlage indessen ist längst nicht die einzige Stossrichtung, in die der Verein Solardorf Rehetobel zielt. Als Reaktion auf die Antwort auf Kantonsrat Andreas Zuberbühlers Anfrage zur Bewilligung von solchen Anlagen (siehe Kasten), gedenkt der Verein das Gewicht von der geplanten Freiflächen-Anlage auf Dachanlagen zu verlagern. «Ich war selber überrascht», so Christian Eisenhut, «wie gross deren Potenzial ist!» Nun prüft der Verein auch die Nutzung der zehn grössten Dachflächen auf dem Gemeindegebiet – mit ihnen liesse sich bereits ein Zwölftel des Strombedarfs decken.

Weitere Informationen und das Jahresprogramm 2012 auf www.solardorf-rehetobel.ch