Verein Hochsteig wird zur Stiftung

WATTWIL. Einstimmig haben die Mitglieder am Montagabend den Verein Schulheim Hochsteig aufgelöst. Dessen Aufgaben werden neu von der Stiftung Hochsteig übernommen, bei der dieselben Personen am Ruder sind wie beim Verein. Ein Grund für diesen Schritt ist mehr Rechtssicherheit.

Sabine Schmid
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Vereinsvorstand wurde zum Stiftungsrat: (von links) Kurt Meyer, Präsident Hanspeter Heer, Institutionsleiterin Claudia Rosmarie Mattle, Bruno Räbsamen, Mirjam Reich und Béatrice Lanz. Es fehlen Jean-Luc Meyer und Jürg Mörtlseder. (Bild: Sabine Schmid)

Vereinsvorstand wurde zum Stiftungsrat: (von links) Kurt Meyer, Präsident Hanspeter Heer, Institutionsleiterin Claudia Rosmarie Mattle, Bruno Räbsamen, Mirjam Reich und Béatrice Lanz. Es fehlen Jean-Luc Meyer und Jürg Mörtlseder. (Bild: Sabine Schmid)

Nach über 160 Jahren zog die Versammlung unter dem Vorsitz von Präsident Hanspeter Heer am Montag einen Schlussstrich unter die Geschichte des Vereins Schulheim Hochsteig. «Der Verein hat tolle Arbeit geliefert, und diese sollen wir entsprechend würdigen», führte Hanspeter Heer aus. Dennoch: Den Schritt vom Verein zu einer Stiftung zu machen, war unausweichlich geworden. Zu gross war die Verantwortung für den Verein und dessen Mitglieder für die Aufgaben, welche nun die Stiftung Hochsteig übernimmt.

Getragen von der Öffentlichkeit

Seit langem wird der Betrieb des Schulheims Hochsteig von öffentlichen Mitteln getragen, nicht mehr von den Zuwendungen durch Vereinsbeiträge und Spenden, sagte Heimkommissionspräsident Hanspeter Heer. Dazu komme, dass die Hochsteig seit drei Jahren ein neues Finanzierungsmodell für Sonderschulen und Sonderschulheime erprobe, welches im kommenden Jahr im Kanton St. Gallen eingeführt werde. «Mit dem Finanzierungsmodell stellen sich der Heimkommission ganz neue Aufgaben», fasste deren Präsident zusammen. Das Schulheim hat keine Defizitdeckung mehr, sondern muss mit den Leistungspauschalen für Wohnen, Schule, Transport und Infrastruktur selbst über die Runden kommen. «Die Institutionen erhalten so mehr Freiheiten in der Mittelverwaltung, damit aber auch mehr Verantwortung», sagte Hanspeter Heer.

Für das Schulheim Hochsteig werden zwei Fonds eingerichtet, ein Betriebsfonds zum Ausgleich von Einnahmen- und Ausgabenschwankungen sowie ein Infrastrukturfonds für Sanierungen und langfristigen Unterhalt. Über die Verwendung der zweckgebundenen Sondervermögen entscheidet die Institution selbständig. Damit habe sich die Rolle von Heimkommission und Vereinsversammlung geändert, sagte Hanspeter Heer weiter. «Die Verantwortung für die Institutsleitung und die Heimkommission ist mit diesem Finanzierungssystem klar grösser geworden.»

«Unsicheres» Konstrukt

Für einen Betrieb mit der Grösse und den künftigen Aufgaben der Hochsteig sei ein Verein ein sehr «unsicheres» Konstrukt, ist die Heimkommission überzeugt. Der Verein, welchem rund 40 Mitglieder angehören, könnte theoretisch zentrale Entscheide fällen wie die Leitung ersetzen oder das Angebot der Schule ändern. Eine Stiftung, deren oberstes Leitungsorgan der Stiftungsrat ist, bietet mehr Rechtssicherheit, ist die Heimkommission überzeugt. Bereits jetzt habe sich die Tätigkeit des Vereins zu stiftungsähnlichen Aufgaben verlagert, denn das Zweckvermögen und der Leistungsauftrag stehen im Vordergrund, nicht die Vereinsmitgliedschaft. Zudem unterstehen Stiftungen einer staatlichen Aufsicht und haben eine hohe Glaubwürdigkeit und ein gutes Ansehen in der Öffentlichkeit.

Kommission wird Stiftungsrat

Einstimmig unterstützten die Vereinsmitglieder den Vorschlag der Heimkommission. Sie lösten den Verein Schulheim Hochsteig auf und nahmen die Stiftungsurkunde und das Organisationsreglement der neuen Stiftung Hochsteig an. Die bisherige Heimkommission unter dem Präsidium von Hanspeter Heer wurde zum Stiftungsrat ernannt. Ihm gehören weiter Béatrice Lanz, Kurt Meyer, Jean-Luc Meyer, Jürg Mörtlseder, Bruno Räbsamen und Mirjam Reich an. Die Institutionsleiterin Claudia Rosmarie Mattle hat eine beratende Stimme.

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