Veranstalter hätten Ledi gern weiter genutzt

AUSSERRHODEN. Die Ledi hätte auch künftig eine Bühne für Kultur sein können: Zum Beispiel an den Kulturtagen des Hotels Hof Weissbad im Sommer 2014 zur Feier des 20-Jahr-Jubiläums des Betriebs.

Monika Egli und Ueli Abt
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AUSSERRHODEN. Die Ledi hätte auch künftig eine Bühne für Kultur sein können: Zum Beispiel an den Kulturtagen des Hotels Hof Weissbad im Sommer 2014 zur Feier des 20-Jahr-Jubiläums des Betriebs. «Wir haben eine entsprechende Anfrage bei den Ledi-Verantwortlichen gemacht und zunächst den Bescheid erhalten, man werde die Anfrage prüfen», sagt Sepp Breitenmoser, Verwaltungsratspräsident des Hotels Weissbad.

Dabei wäre man laut Breitenmoser bereit gewesen, sämtliche Konditionen einzugehen, sprich: die Kosten fürs Aufladen, Transportieren und Aufbauen der Bühne sowie für eine Sicherheitsprüfung zu übernehmen.

Dann aber erhielt Breitenmoser den Bescheid, der Ledi-Lenkungsausschuss bleibe bei seinem ursprünglichen Entscheid, die Bühne nach Ende der fünfmonatigen Tournée aufzulösen.

Breitenmoser hat dafür überhaupt kein Verständnis. «Wir sind schwer enttäuscht», sagt er. Auch als Steuerzahler finde er es nicht richtig, dass man gegen eine vernünftige Weiternutzung der Bühne entschieden habe und dass diese Investition somit «vernichtet» werde.

Breitenmoser sagt, die Verantwortlichen hätten mit ihrem Konzept der Ledi in der Tat eine hervorragende Idee gehabt. Aber aus dem Entscheid spreche «eine gewisse Arroganz der Kulturszene»: Indem keine weiteren kulturellen Veranstaltungen stattfinden sollen, bleibe die Einmaligkeit der Ledi-Zeit erhalten.

Das Hotel Hof Weissbad ist offenbar nicht der einzige Interessent für eine weitere kulturelle Nutzung der Ledi. Dem Vernehmen nach hätten weitere Veranstalter die Bühne später gern als Auftrittsort genutzt.

«Gezielt für Tournée gebaut»

Margrit Bürer, die Leiterin des Amtes für Kultur, erklärt, dass drei Szenarien in Betracht gezogen worden seien: Verbleib bei den beiden Kantonen, Rückbau oder Verkauf. «Vom Verkauf haben wir abgeraten, das wäre nicht im Sinne des Ledi-Grundgedankens gewesen, sie wurde gezielt für die Tournée gebaut», sagt Bürer.

«Bühne hat gelitten»

Dass der Entscheid schliesslich auf den Rückbau fiel, hat laut Bürer verschiedene Gründe: So hätte das Lagern viel Platz beansprucht, zudem «hat die Bühne sichtbar gelitten, die intensive Nutzung hat ihre Spuren hinterlassen». Die Ledi sei, auch von der Belastung her, für die gut fünf Monate konzipiert gewesen. «Das Holz hat in dieser Zeit gearbeitet. Die Kräfte, die mit jedem Aufstellen und Abbrechen auf das Material einwirken, sind sehr hoch.» Auch der personelle Aufwand und die Kosten für das Aufstellen, wofür ein Kran nötig ist, wären relativ hoch.

Franz Breitenmoser, alt Innerrhoder Ratschreiber und Gesamtprojektleiter der Jubiläumsfeierlichkeiten, gehört zum Lenkungsausschuss, der am 24. September den Beschluss gefasst hat, die Ledi zurückzubauen. «Wir wussten allerdings nichts von einem konkreten Interessenten an der Ledi und vom Umstand, dass das Holz für ein landwirtschaftliches Gebäude vorgesehen ist, was man als kleinen Mangel werten kann. Der Lenkungsausschuss fällte einen grundsätzlichen Entscheid, und es kann davon ausgegangen werden, dass der Beschluss gleich ausgefallen wäre, auch wenn wir Kenntnis von den beiden Punkten gehabt hätten.»

Für den Rückbau sprach laut Franz Breitenmoser zum einen die Einmaligkeit der Ledi. Im Falle eines Weitergebrauchs wäre aber auch die Sicherheit zum grossen Thema geworden. «Man hätte die Ledi von Grund auf überholen müssen.» Und schliesslich wäre zur Lagerung immerhin eine Fläche von 150 Quadratmetern nötig gewesen. «Aus diesen Gründen entschied sich der Lenkungsausschuss klar für den Rückbau als beste Variante.»

Ueli Frischknecht, der Architekt der Ledi-Bühne, findet es «schade, dass nach dem Aufwand, der betrieben wurde, nun gleich alles weggegeben wird» – aber das sei wohl ein Phänomen der heutigen Zeit. Dabei äussert Frischknecht Verständnis dafür, dass die Bühne nach der Idee der Verantwortlichen ausschliesslich mit den Anlässen der 500-Jahr-Feierlichkeiten in Erinnerung bleiben soll.

Er relativiert allerdings das Argument, das Holz habe stark gearbeitet. «Man hätte die Bühne durchaus noch ein paarmal aufstellen können.» Sicher habe aber die Bühne etwas gelitten: Frischknecht merkt dazu an, dass man Auf- und Abbau schonender hätte gestalten können, und auch die Lagerung – jeweils rund eine Woche zwischen zwei Spielzeiten an den aufeinanderfolgenden Standorten, im Sommer etwas länger – wäre gemäss dem Ledi-Konstrukteur unter einem Dach, geschützt vor der Witterung, fürs Holz besser gewesen.

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