«Veränderungen bieten Chancen»

GÄHWIL. Ins Gähwiler Pfarrhaus ist wieder Leben eingekehrt. Die Pastoralassistentin Bettina Bischof hat am 1. Februar ihre Arbeit als katholische Theologin und Seelsorgerin aufgenommen. Sie wohnt seit dem 12. Januar im 850-Seelen-Dorf.

Beat Lanzendorfer
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In Gähwil hat das Warten ein Ende. Pastoralassistentin Bettina Bischof hat nach sechsmonatiger Vakanz diese Woche ihre Arbeit aufgenommen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In Gähwil hat das Warten ein Ende. Pastoralassistentin Bettina Bischof hat nach sechsmonatiger Vakanz diese Woche ihre Arbeit aufgenommen. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Freude in der Seelsorgeeinheit Bazenheid-Gähwil- Kirchberg. Nach sechsmonatiger Vakanz hat Pastoralassistentin Bettina Bischof ihre Arbeit begonnen. Die 56-Jährige kehrt aus Zofingen in die Nähe ihrer Wurzeln zurück – aufgewachsen ist sie in Wil.

Studium in Fribourg

In Frauenfeld geboren, übersiedelte sie im Alter von einem Jahr mit ihren Eltern und zwei älteren Geschwistern nach Wil und besuchte hier auch die Schulen. Weil in den früheren 70er-Jahren in ihrem Wohnort noch keine Kantonsschule existierte, absolvierte sie diese in St. Gallen und schloss mit der Matura ab. Früh schon reifte in ihr der Entschluss, den Weg des Theologiestudiums einzuschlagen, daher der Umzug nach Fribourg. Sechs Jahre später hatte sie den Master in Theologie (so nennt man den Studienabschluss heute) in der Tasche.

Ihren kirchlichen Dienst begann sie als Pastoralassistentin in Köniz BE. Die nächste Station hiess Lengnau bei Biel, bevor sie als Pfarreileiterin ins luzernische Winikon übersiedelte. Anschliessend ging es zurück in den Kanton Bern nach Münsingen, hier war sie ebenfalls als Pfarreileiterin angestellt.

Pause führt in die Kirche

«Das Leben ist ein ständiges Fragen und Suchen. Vor zehn Jahren reifte in mir die Entscheidung, eine kirchliche Pause einzuschalten.» Sie entschloss sich, die Arbeit im Caritas-Markt in Thun aufzunehmen. Sie war Anlaufstelle für Bedürftige bei der Wohnungs- und Arbeitssuche, half bei Lebenskrisen und stand Süchtigen bei, mit ihrer Krankheit zu leben. «Die Menschen waren dankbar, wenn ich sie ein Stück auf ihrem Weg begleitet habe.» Daneben war sie als musikalische Begleiterin an der Rudolf-Steiner-Schule in Steffisburg tätig. Berufsbegleitend liess sich Bettina Bischof zur Integrativen Musiktherapeutin ausbilden. 2010 nahm sie die Stelle als Spital- und Heimseelsorgerin an und diente der Pfarrei Christ-König in Zofingen als Pastoralassistentin. «Die vergangenen fünf Jahre möchte ich keinesfalls missen. Es war eine hochspezialisierte Welt, in die ich eingetaucht bin. Dies betrifft sowohl die Pflegezentren mit ihren Demenzstationen, ihrer Übergangspflege, Kurzzeitpflege, Langzeitpflege, gerontopsychiatrischen Pflege, aber auch das Akutspital mit seiner Akutgeriatrie, dem Kompetenzzentrum Palliativstation und anderen spezialisierten Stationen. Nach dieser äusserst spezialisierten Seelsorgearbeit kehre ich gerne wieder in die allgemeine Seelsorgearbeit zurück», antwortet sie auf die Frage, was sie zum Wechsel nach Gähwil bewog.

Lebensbaum mit vielen Ästen

«Ich habe mir Zeit gelassen, kehrte in mein ursprüngliches Bistum zurück und nahm eine Auslegeordnung vor. Die Stellenausschreibung als Pfarreibeauftragte in Gähwil in der Seelsorgeeinheit hat mich sehr angesprochen. Als naturverbundener Mensch habe ich hier sicher das Richtige gefunden. Wichtig war mir auch die Nähe zu Wil, weil meine Eltern noch immer dort wohnen», meint Bettina Bischof. Im Gespräch zeichnet Pastoralassistentin Bettina Bischof einen Lebensbaum mit verschiedenen Ästen: Tiefe, Freude am Wissen, Beziehung zu Gott, Körperlichkeit, Menschenliebe, Prioritäten, Engagement und Vielseitigkeit. Diese Äste verzweigen sich und beschreiben, was ihr beim jeweiligen Wort/Begriff wichtig ist. So erwähnt sie etwa bei der Menschenliebe grenzenlos, interkulturell, über alle Altersstufen, zuhören, Empathie, mitfühlen, einfühlen, Lösungen suchen. Bei Prioritäten steht Grenzen wahrnehmen, Arbeitsorganisation, Not anpacken, Ressourcen pflegen (Gebet, Natur, Musik, Bücher oder die Pflege der Beziehungen zu Freunden und Freundinnen).«Ich möchte damit aufzeigen, was mir wichtig ist und vor allem was ich Menschen geben kann», meint die neue Gähwiler Seelsorgerin abschliessend. Nun freut sich Bettina Bischof auf die Arbeit im Seelsorgeteam und die Begegnungen mit den Menschen in der Gemeinde. «Veränderungen bieten immer auch Chancen», erklärt sie am Beginn ihrer neuen Tätigkeit in Gähwil.

Begrüssung von Bettina Bischof: Bazenheid: heute Samstag, 18 Uhr Eucharistiefeier, anschliessend Apéro im Pfarreizentrum. Kirchberg: morgen Sonntag, 9 Uhr Eucharistiefeier, Cäcilienchor, Kafistübli Gähwil: morgen Sonntag, 10.30 Uhr Eucharistiefeier, Kirchenchor, Apéro.

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