Veränderungen bei der Post miterlebt

In den 43 Berufsjahren als Pöstler hat Köbi Sutter die Umwälzungen bei der Post hautnah miterlebt. Morgen geht er in Stein zum letztenmal auf Zustelltour.

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Köbi Sutter wird morgen zum letztenmal seine gelbe Uniform tragen. (Bild: pd)

Köbi Sutter wird morgen zum letztenmal seine gelbe Uniform tragen. (Bild: pd)

stein. Morgen Samstag, 16. April, besorgt Köbi Sutter nach 43 Jahren im Dienst der Post zum letztenmal seine Zustelltour in Stein. Bis zu seinem letzten Arbeitstag erlebte Köbi Sutter allerhand persönliche Geschichten und Episoden, aber auch Umwälzungen und Veränderungen innerhalb der Post.

Postumladdienst in Zürich

Am 8. Januar 1968 trat er in die Dienste der Post in St. Gallen ein. Er war ein anständiger, pflichtbewusster Bursche, sittlich einwandfrei und aufgeschlossen, wie die Eintrittsabklärungen der damaligen Postoberen ergaben. So konnte Köbi Sutter bei der Post eine Lehre zum uniformierten Postbeamten machen. Nach der Lehrzeit folgten die «Lehr- und Wanderjahre», Sutter arbeitete nebst verschiedenen Stellen im Zustelldienst auch ein Jahr im Postumladdienst im Zürcher Hauptbahnhof.

Über Herisau zurück nach Stein

Nach dieser Zeit bewarb er sich mit Erfolg um eine feste Stelle als Zusteller in Herisau. Dort war er sowohl Paket- als auch Briefbote. 1990 wurde er Equipenchef und war verantwortlich für mehrere Zustellbezirke. Während seiner Zeit in Herisau wohnte er im Sonneberg und pflegte einen grossen Bekannten- und Freundeskreis. In dieser Zeit gründete er mit Caroline Sutter eine Familie und wurde Vater dreier Töchter.

1999 ergab sich für Sutter die Gelegenheit, das Elternhaus in Stein zu übernehmen. Gleichzeitig wurde eine Stelle als Briefträger in Stein frei. Die idyllische Umgebung gab Sutter die Gelegenheit, sich in der Freizeit seien Hobbies zu widmen: Er ist gerne in der Natur und geht ins Holz. Bekannt ist seine grosse Kaninchenzucht. So hat er schon vielen Kollegen Gaumenfreuden bereitet.

Änderungen gemeistert

Die letzten Berufsjahre in Stein brachten auch die grössten Änderungen. So wurde die Zustellung in der Post immer stärker von Computerprogrammen gesteuert. Bei der Erfassung der Daten konnten die Verantwortlichen der Post immer auf das umfangreiche Wissen von Köbi Sutter zählen. Ein grosser Schritt war die Verlegung des Dienstortes nach Teufen vor zwei Jahren. Er musste nun seine Tour in Teufen vorbereiten. Das hiess für Köbi Abschied nehmen von den familiären Verhältnissen in der Post Stein – er arbeitete nun in einem grossen Team von zwölf Mitarbeitenden. Gerade in solchen Zeiten wurde von seinen Mitarbeitern seine kollegiale und von vielen Kunden seine stets freundliche und zuvorkommende Art sehr geschätzt.

Als sich ihm die Möglichkeit bot, etwas früher in Rente zu gehen, war für ihn die Zeit gekommen, seinen Platz bei der Post jüngeren Kräften zu überlassen. So kann er sich fortan ganz seinen Hobbies in der Natur widmen und wenn die Zeit reicht oder das Wetter schlecht ist mit seinen Kollegen einen Jass klopfen.

Nach diesen 43 Jahren in welchen er Tag für Tag bei jedem Wetter pünktlich und zuverlässig, aber auch gutgelaunt seine Arbeit im Dienste der Post besorgte, darf er sich nun auf eine etwas ruhigere Zeit freuen. Er kann dann einmal in Ruhe frühstücken und den Tag in Ruhe angehen lassen und auf den Briefträger warten, bis die Post bei ihm in seinem idyllischen Hemetli eintrifft. (pd)