Urnengang in Innerrhoden: Monika Rüegg Bless ist neue Frau Statthalter +++ Steuervorlage angenommen

Das Innerrhoder Stimmvolk hat am heutigen Wahlsonntag Monika Rüegg Bless als Nachfolgerin für die zurückgetretene Frau Statthalter Antonia Fässler gewählt. Auch zwei Sachgeschäfte standen zur Abstimmung.

Claudio Weder
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Die frisch gewählte Frau Statthalter Monika Rüegg Bless.

Die frisch gewählte Frau Statthalter Monika Rüegg Bless.

Bild: Benjamin Manser

Nun ist es definitiv: Die ehemalige Grossratspräsidentin Monika Rüegg Bless ist neue Frau Statthalter (Gesundheits- und Sozialdirektorin) des Kantons Appenzell Innerrhoden. Sie übernimmt damit das Amt der zurückgetretenen Antonia Fässler. Die CVP-Politikerin, die von der Arbeitnehmervereinigung (AVA) ins Rennen geschickt wurde, erhielt 2759 Stimmen. Offizielle Gegenkandidaten hatte sie keine. Vereinzelt entfielen Stimmen auf Angela Koller und Reto Inauen. Die Stimmbeteiligung betrug 28,3 Prozent.

Monika Rüegg Bless ist 49 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Töchter. 2012 wurde sie in den Grossen Rat gewählt, den sie letztes Jahr präsidierte. Das Gesundheitswesen ist für sie kein Neuland. Seit bald 30 Jahren arbeitet sie in verschiedenen Fach- und Kaderpositionen am Kantonsspital St. Gallen. Bis vor kurzem war sie Leiterin des Bereichs Pflege der Klinik für Urologie sowie der chirurgischen Tagesstation. In Zukunft wird sie ihre Arbeit am Kantonsspital jedoch nicht mehr weiterführen.

Ebenso nahm das Innerrhoder Stimmvolk die revidierte Steuergesetzvorlage an. Diese sieht unter anderem eine Senkung der Gewinnsteuern für Firmen vor. Die Vorlage enthält auch einen Abzug von Forschungs- und Entwicklungsaufwendungen und eine Erhöhung der Dividendenbesteuerung. Als sozialen Ausgleich sieht die Steuergesetzrevision unter anderem die Erhöhung des Abzugs für Drittbetreuungskosten von 6000 Franken auf 18000 Franken je Kind vor. Die Vorlage, die im Vorfeld der Abstimmung von Seiten der SP und SVP scharf kritisiert wurde, wurde mit 2130 zu 1209 Stimmen angenommen. Die Stimmbeteiligung betrug 29,9 Prozent. Ebenso angenommen wurde das Einführungsgesetz über das Bundesgesetz für Geldspiele mit 2819 Ja- zu 508 Nein-Stimmen.

Der Wahlgang war ein ausserordentlicher. In Innerrhoden werden kantonale Wahlen und Abstimmungen üblicherweise an der Landsgemeinde am letzten Sonntag im April durchgeführt. Wegen der Coronapandemie konnte diese jedoch nicht stattfinden, weshalb auf eine Urnenabstimmung ausgewichen werden musste.