Urnäsch rechnet für das Jahr 2020 mit einem Defizit

Die Stimmbürger sagten an der Budgetversammlung Ja zu Voranschlag, Investitionsplan und Steuerfuss.

Karin Erni
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So wird die neue Gemeindekanzlei von Urnäsch aussehen.

So wird die neue Gemeindekanzlei von Urnäsch aussehen.

Bild: PD

Die Gemeinde Urnäsch rechnet für das kommende Jahr mit einem Verlust. Dieser beträgt knapp 322000 Franken bei einem Ertrag von gut 19,1 Millionen Franken.

Beim Steuerertrag geht Finanzchef Iwan Schnyder von 6,2 Millionen Franken aus. Das sind rund 170000 Franken mehr als im letztjährigen Voranschlag. Mehreinnahmen von 110000 Franken sollen der Gemeinde aus dem kantonalen Finanzausgleich zufliessen, sie rechnet gesamthaft mit 1,93 Millionen Franken.

Forst kostet, soll aber später Geld einbringen

Beim Aufwand fallen die gestiegenen Personalkosten von gesamthaft fast 350000 Franken gegenüber dem letztjährigen Voranschlag auf. Die grössten Mehrausgaben verursachen dabei die Gemeindeverwaltung und der Forst. Die Gesetzesflut habe eine Aufstockung der personellen Ressourcen nötig gemacht, heisst es als Erklärung im Abstimmungsedikt. Beim Forst werden die Mehrausgaben mit der Vergrösserung des Forstreviers auf das gesamte Hinterland und die dadurch nötige Einstellung eines zusätzlichen Försters begründet. Im Gegenzug sollen dadurch in Zukunft höhere Einnahmen resultieren.

Fast 100000 Franken weniger wird bei den Lehrkräften ausgegeben. Das Budget der Schule erhöht sich wegen verschiedener Abgaben dennoch um 100000 Franken, was aufgrund der steigenden Schülerzahlen als verhältnismässig beurteilt wird. Mit geringeren Ausgaben wird auch für Sozialhilfe, das Asylwesen und bei der Alimentenbevorschussung gerechnet.

Investitionen in Bauten Strassen und Forst

Der Voranschlag sieht Investitionen in der Höhe von 1,58 Millionen Franken vor. Der Abbruch und Neubau der Gemeindekanzlei ist der grösste Posten in der Investitionsrechnung. Gemäss dem zuständigen Gemeinderat Niklaus Hörler wird dafür 2020 die erste Million abgerufen. Weitere Investitionen sind die Neubeschaffung eines Forstfahrzeugs für 480000 Franken sowie der Gemeindebeitrag von 100000 Franken für den Neubau der Saienbrücke. Der Gemeinderat beantragt, trotz des negativen Ergebnisses den Steuerfuss bei 4,3 Einheiten zu belassen und das Eigenkapital von aktuell 9,3 Millionen entsprechend zu reduzieren.

Die Anwesenden folgten dem Antrag des Gemeinderates und nahmen den Voranschlag, die Nettoinvestitionen und den gleichbleibenden Steuerfuss einstimmig an.

Beteiligung an «Krone» interessiert

Im Anschluss an die Budgetversammlung orientierte Gemeindepräsident Peter Kürsteiner über verschiedene aktuelle Themen. Einige Stimmen hätten angezweifelt, dass es Aufgabe der Gemeinde sei, sich an der Krone Immobilien AG mit 200000 Franken zu beteiligen. Dabei handle es sich jedoch nicht um einen «à fonds perdu»-Beitrag an eine Dorfbeiz, so Kürsteiner. «Es ist die Beteiligung an einer Aktiengesellschaft, welche auch ein Mitspracherecht beinhaltet.» Die Gemeinde sei bereits an mehreren Firmen in der Region beteiligt, bei denen ein öffentliches Interesse bestehe. Die «Krone» sei wichtig für das Dorf und den Tourismus. Es gebe ein gutes und zukunftsfähiges Konzept sowie eine kompetente Führung für den Betrieb.

Weiter teilte Kürsteiner mit, dass in der Gemeinde drei Unterflurcontainer erstellt werden sollen und dass bei der Mobilfunkantenne Horst seit zwei Tagen die Frequenz 5G aufgeschaltet ist.