URNÄSCH: Walter Frick als Kinderbuchfigur

Seit Freitag hat der Appenzeller Verlag ein Kinderbuch mehr im Angebot: «Wälti wird Silvesterchlaus». Hauptperson ist der Urnäscher Walter Frick. Einst hatten ihm die «Wüeschte» noch Angst eingejagt.

Roger Fuchs
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Malerin Karin Antilli Frick und ihr Mann "Wälti", Hauptfigur im Buch. (Bild: Roger Fuchs)

Malerin Karin Antilli Frick und ihr Mann "Wälti", Hauptfigur im Buch. (Bild: Roger Fuchs)

URNÄSCH. Seine Jugend liegt einige Lenze zurück. Heute ist Walter Frick, auch genannt Wälti, 55 Jahre alt, Kurator des Museums Urnäsch und weit über das Dorf hinaus als traditionsverbundener Musiker und Kulturkenner bekannt. Besonders angetan hat es ihm das Silvesterchlausen. Schon als kleiner Bub kam er mit diesem Brauch in Kontakt. Seine Erlebnisse von damals gibt es nun in Form eines Kinderbuchs. «Wälti wird Silvesterchlaus» erzählt, wie sich Wälti zusammen mit seinen Geschwistern und Eltern jeweils auf das Chlausen vorbereitete und wie er zu einem mutigen Chlaus heranwuchs. Einst jagten ihm die «Wüeschte» noch so viel Angst und Schrecken ein, dass er sogar nach Hause rannte. Selbst als elfjähriger Bub habe er unter der Groscht gebibbert, als ihm einmal der wilde Dörflischuppel begegnet sei, erinnert sich Walter Frick. Heute ist das Chlausen nicht mehr aus seinem Leben wegzudenken. Jedes Jahr ist er als einer der «Schönen» mit Glitzerhaube und Rock aus Samt unterwegs. Er ist Teil des Waisenhaus-Schuppels.

Die Regeln um 1965 waren noch anders

Im Beisein von Familie und Gästen ist das Kinderbuch am Freitagabend in Urnäsch vorgestellt worden. Karin Antilli Frick, die Frau von Walter, hatte die Idee zum Buch und malte die Bilder, Esther Ferrari schrieb die Texte. Eineinhalb Jahre lang hätten sie am Werk gearbeitet, sagte Antilli Frick im Rahmen der Vernissage. Um die Zeit um 1965 authentisch illustrieren zu können, habe sie mit vielen Leuten gesprochen und Fotos von damals begutachtet. «Ich war zu jener Zeit noch gar nicht auf der Welt.»

Esther Ferrari führte sodann hinein in die Vergangenheit, als sich Urnäsch noch anders präsentierte und das Museum beispielsweise noch nicht existierte. Die Regeln waren ebenfalls anders: «Am Alten auf die Alp, am Neuen ins Dorf», so Esther Ferrari. Alles in allem gab es weniger Schuppel, die Bubenschuppel seien besonders rar gewesen. Und jene, die unterwegs waren, hätten sich einfach ein Kostüm mit Tannenchräs an ihren Jacken gebastelt. Dazu wurde, wie Walter Frick beim anschliessenden Apéro preisgab, oft der Christbaum verwendet. Freude über das neue Buch herrscht auch bei Verleger Marcel Steiner vom Appenzeller Verlag. Kinderbücher seien immer eine spezielle Herausforderung, weil es schon viele gebe. «Doch ich bin überzeugt, dass Silvesterchlausen ein gutes Thema ist», so Steiner.

Die von Karin Antilli Frick gemalten Bilder zum Buch hängen bis Ende Jahr im Gasthaus Kreuz in Urnäsch und können käuflich erworben werden.

www.appenzellerverlag.ch