URNÄSCH: "Tue mir das nicht mehr länger an"

Eclat in Urnäsch: Nach nicht einmal zwei Jahren hat Franz Sandholzer per sofort seinen Rücktritt als Gemeinderat und Gemeindepräsident erklärt. Er lässt durchblicken, dass die Zusammenarbeit mit einem anderen Gemeinderat schwierig war.

Patrik Kobler
Drucken
Teilen
Niklaus Hörler, Gemeinderat. (Bild: Urs Bucher)

Niklaus Hörler, Gemeinderat. (Bild: Urs Bucher)

URNÄSCH. "Ich tue mir das persönlich nicht mehr länger an", sagt Franz Sandholzer zu seinem sofortigen Rücktritt als Gemeindepräsident von Urnäsch. 2014 trat der Parteilose die Nachfolge von Stefan Frischknecht an. Knapp vor Ablauf des zweiten Amtsjahres nimmt er nun aus persönlichen Gründen den Hut. Er nennt zwar keine Namen, lässt aber durchblicken, dass die Zusammenarbeit mit Gemeinderatskollege Niklaus Hörler schwierig war. Sandholzer spricht sogar von einem "enormen Kraftakt".

Beide wollten Präsidium
Hörler und Sandholzer sind Nachbarn und wollten 2014 beide Gemeindepräsident werden. Der Kaminfeger holte jedoch mehr Stimmen als der umtriebige OK-Präsident der Schwägalp-Schwinget. Hörler schaffte allerdings die Wahl in den Gemeinderat und leitet seither das Ressort Hoch- und Tiefbau. Gerade letzte Woche machte er von sich reden, brachte er doch das Gebiet Chräg als möglichen Standort für das Klanghaus ins Spiel. Auf die Reaktionen angesprochen, meinte er diese Woche sibyllinisch gegenüber unserer Zeitung: "Mit Ausnahme von einer Reaktion fielen alle positiv aus."

Niklaus Hörler, Gemeinderat. (Bild: Urs Bucher)

Niklaus Hörler, Gemeinderat. (Bild: Urs Bucher)

Franz Sandholzer mag nicht auf Details eingehen. Nur so viel: Es handle sich nicht um einen Schnellschuss. "Ich habe mir den Rücktritt reiflich überlegt." Er habe auch nicht vor, in der Öffentlichkeit schmutzige Wäsche zu waschen. Es sei das erste und letzte Mal, dass er sich in den Medien zu seinem Rücktritt äussere, sagt er. Es sei ihm stets ein Anliegen gewesen, positive Schlagzeilen aus Urnäsch zu senden.

"Spannungen kann es geben"
Niklaus Hörler nahm am Donnerstagkeine Stellung zum Rücktritt. "Wir haben im Gemeinderat beschlossen, dass alle Medienanfragen von Gemeindevizepräsident Markus Notter beantwortet werden." Notter zeigte sich überrascht von Sandholzers Schritt. "Es wäre mir wohler gewesen, wenn er statt zurückzutreten das Gespräch gesucht hätte." Dass es in einem Gemeinderat unterschiedliche Ansichten und Spannungen geben könne, sei klar. Eine Aussprache zu organisieren stehe jetzt nicht im Vordergrund, so Notter. "Wir sehen uns mit einem Rücktritt konfrontiert und müssen nun die Gemeinde neu organisieren." Er selber übernimmt vorübergehend sämtliche präsidialen Verpflichtungen von Franz Sandholzer. Die Verteilung der anderen Aufgaben sowie das weitere Vorgehen wird der Gemeinderat nächste Woche an einer ausserordentlichen Sitzung beraten. Notter schätzt, dass die Ersatzwahl Anfang Juni stattfinden könnte. Erst einmal gelte es zu klären, wer sich überhaupt zur Verfügung stelle.

Derweil bedankt sich Sandholzer bei den Urnäschern für das grosse Vertrauen, das er im Amt erfahren durfte. "Es war mir eine grosse Ehre, für Urnäsch zu wirken – leider war die Zeit etwas zu kurz."