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URNÄSCH: Oberhalb von Urnäsch steht derzeit ein Iglu für ausgelaugte Berggänger

Zwei Naturbegeisterte haben unter der Hochalp ein Iglu gebaut. Es soll Berggängern Unterschlupf für eine Pause bieten. Für den Feinschliff haben sie sogar eine Nachtschicht eingelegt.
Simon Roth
«Perfekter Platz»: Unterhalb der Hochalp steht zurzeit dieses Iglu. (Bild: Bodo Rüedi)

«Perfekter Platz»: Unterhalb der Hochalp steht zurzeit dieses Iglu. (Bild: Bodo Rüedi)

Simon Roth

simon.roth@appenzellerzeitung.ch

Ein Eispalast steht unter der Hochalp. «Es ist das grösste Klotziglu, das je auf der Hochalp gebaut wurde», sagt Ruedi Gamper. Der Inhaber der «Südbar» in St.Gallen liebt die Natur und geht immer wieder auf abenteuerliche Expeditionen. Vergangenes Jahr paddelte er von der Rheinquelle in Graubünden in einem Kajak bis nach Rotterdam, wo der Rhein in die Nordsee mündet. Vergangene Woche hat er mit seinem Kollegen Bodo Rüedi oberhalb von Urnäsch einen Unterschlupf für Berggänger erstellt.

Ruedi Gamper wollte lernen, Iglus zu bauen. Ein Kriterium für das Unterfangen war, dass vom Standort der Unterkunft der Säntis zu sehen sein sollte. Die eisige Behausung sollte zuerst auf der Schwägalp entstehen, was sich jedoch als zu nah am höchsten Berg der Ostschweiz herausstellte. Also bauten Gamper und Rüedi es oberhalb von Urnäsch, wo ersterer aufgewachsen ist.

Freunde haben beim Bau geholfen

Unterhalb der Hochalp, am Rand der Schneeschuhpiste, fanden Gamper und Rüedi den perfekten Platz für ihr Iglu. «Ich habe dort schon oft übernachtet», sagt Gamper. Zuerst bauten die beiden Kollegen nur ein kleines Iglu. Doch dann setzte der Ehrgeiz von Bodo Rüedi ein: «Er hat viel Erfahrung mit dem Bau von Iglus und wollte deshalb ein möglichst grosses bauen», sagt Gamper. Und so arbeiteten sie vergangene Woche an vier Abenden jeweils vier bis fünf Stunden an ihrem Bauprojekt. Vom Mittwoch auf Donnerstag schoben sie eine Extraschicht von 17 bis 1 Uhr nachts ein, um ihr Werk zu vollenden.

«Es war der absolute Knaller», sagt Gamper. Den Säntis in Blicknähe, rundherum eingefrorene Tannen – Natur pur. Auch die eisigen Temperaturen von bis zu minus 17 Grad konnten die beiden nicht aufhalten. «Als erfahrene Berggänger sind wir gut ausgerüstet», sagt Gamper. Und wenn man beschäftigt sei, spüre man die Kälte nicht. Die Freunde hatten Hilfe beim Bau; immer wieder kamen Freunde und Familie vorbei, um sie zu unterstützen.

Zum Schlafen eher nicht geeignet

Obwohl der Bau eines Iglus von dieser Grösse eine Herausforderung darstellte, verliefen die Arbeiten ohne grosse Zwischenfälle. «Aber das Zudecken hat uns an den Anschlag gebracht», sagt Gamper. Bereits am Freitagnachmittag ist er wieder zu seinem Iglu hochgegangen, um das Werk zu geniessen. In der Nacht nach seiner Schicht in der «Südbar» ging er erneut hoch. «Ich gehe oft nach der Arbeit in den Alpstein», sagt der 35-Jährige. Wegen des grossen Eingangs eigne sich das Iglu nicht besonders gut zur Übernachtung. Zu viel Kälte gelange in den Innenraum. Die Grösse der Öffnung sei aber bewusst gewählt, damit die Schneeschuhsportler samt Ausrüstung das Iglu betreten können.

Bereits haben verschiedene Berggänger das Iglu als Unterschlupf genutzt, um eine Pause auf dem Weg zur Hochalp einzulegen. Auch weiss Ruedi Gamper von einer Vollmondwanderung des Frauenturnvereins Urnäsch, die am Iglu vorbeiführte. Die beiden Eisbaumeister waren am Wochenende sporadisch vor Ort. «Auch wenn wir nicht da sind – jeder soll selber vorbeigehen», sagt Gamper. «Das Iglu steht allen offen.»

Die Wetterprognosen sagen für die kommenden Tage wärmere Temperaturen voraus. Angst, dass das Iglu einschmilzt hat Ruedi Gamper trotzdem nicht: «Das Eis ist pickelhart.» Auch seien die Grundklötze mit 30 Zentimetern sehr breit und böten eine gute Stütze. Und falls es doch der Wärme zum Opfer fällt? «Dann bauen wir halt nächstes Jahr ein neues.»

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