URNÄSCH: Neuer Präsident für EW Urnäsch

Die Generalversammlung der Elektrizitätswerk Urnäsch AG stand ganz im Zeichen des Wechsels an der Spitze. Nach seiner Wahl in den Regierungsrat musste Dölf Biasotto als Verwaltungsratspräsident zurücktreten.

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Zur Generalversammlung der Elektrizitätswerk Urnäsch AG (EWU) begrüsste Verwaltungsratspräsident Dölf Biasotto 91 Aktionäre, welche mehr als die Hälfte des Aktienkapitals ver­traten. Jahresbericht und Jahresrechnung wurden ohne Diskussion genehmigt. Die Rechnung schliesst gemäss Mitteilung mit einem Gewinn von 25 000 Franken (Vorjahr 17 200 Franken) ab. Der Dividende von 25 Franken pro Aktie wurde zugestimmt. Die Verwaltungsratsmitglieder Ursula Steingruber-Zimmermann, Werner Engler, Werner Bregenzer und Jakob Meier-Oertle wurden für die Amtsdauer 2017 bis 2019 wiedergewählt.

Abschied nach 20 Jahren

Für einmal standen in Dölf Biasottos Ergänzungen zum Jahresbericht nicht Überlegungen zur Energiesituation im Vordergrund, sondern sein Rücktritt nach 20 Jahren im Verwaltungsrat des EWU. Die letzten zehn Jahre ­amtete er als Präsident. «Mit ­etwas Wehmut muss ich heute Abschied nehmen», sagte er und gab gleichzeitig seiner Freude ­darüber Ausdruck, dass er eine gesunde Firma für die Strom­versorgung von Urnäsch in andere Hände übergeben dürfe. Dölf Biasotto blickte auf einige Highlights während seiner Zeit zurück und gab einen Ausblick auf ­Herausforderungen für die ­Zukunft. EWU-Vizepräsidentin Uschi Steingruber dankte Dölf Biasotto für sein Engagement und wünschte ihm alles Gute in seiner neuen Aufgabe als Regierungsrat.

Die Wahl eines Nachfolgers von Biasotto hat sich der Verwaltungsrat nicht leicht gemacht. Verschiedene Kandidaten für das Amt seien diskutiert und geprüft worden, sagte der abtretende Präsident. Mit Hansueli Müller-Jäger schlage der Verwaltungsrat den Aktionären einen versierten Elektroingenieur und erfahrenen Betriebswirtschafter zur Wahl vor. Dieser sei schon seit vielen Jahren beruflich selbstständig und verfüge über Erfahrung in der Tätigkeit als Verwaltungsrat. Hansueli Müller betonte seine Motivation für das Verwaltungsratspräsidium, welches für ihn eine grosse Herausforderung sei. Nachdem aus der Versammlung keine weiteren Vorschläge gemacht wurden, wurde Müller einstimmig bei einer Enthaltung zum neuen EWU-Präsidenten gewählt.

Leicht höherer Energieverbrauch

Im Geschäftsjahr 2016 verkaufte das Elektrizitätswerk Urnäsch 11,83 Millionen Kilowattstunden (kWh) elektrische Energie. Der Stromverbrauch war damit nur minim – namentlich um 0,25 Prozent – höher als im Vorjahr. Ge­gen 35,5 Prozent oder 4,4 Mil­lionen kWh (im Vorjahr 4,5 Millionen kWh) der verkauften elektrischen Energie wurden ­letztes Jahr von den fünf ein­heimischen Kleinwasserkraftwerken Rossfall, Zürchersmühle, Saien, Kronbachmühle und Widen sowie von Fotovoltaikanlagen produziert. Während das Werk Zürchersmühle wegen eines mehr als dreimonatigen Betriebsausfalls 600 000 kWh weniger Strom produzierte, lag die Produktion in den anderen Anlagen deutlich über dem Vorjahr. Fast acht Millionen kWh (64,5 Prozent) elektrische Energie bezog das Elektrizitätswerk Urnäsch wie in den Vorjahren von der Energieplattform AG.

Mehrertrag aus dem Stromverkauf

Das EWU konnte zwar auf Anfang 2016 den Energiepreis um 3,7 Prozent senken, hingegen stieg der Netznutzungspreis um 4,3 Prozent an. Dies führte zu einer durchschnittlichen Erhöhung des Energiepreises um 1,75 Prozent.

Der Ertrag aus dem Stromverbrauch blieb im Vergleich zum Vorjahr mit 1,94 Millionen Franken praktisch gleich. Unter den insgesamt 1313 Stromkunden ­waren die privaten Haushalte die gewichtigsten Bezüger. Bei den Ausgaben bildeten 1,26 Millionen Franken für den Strombezug den grössten Brocken. Der Personal-, Verwaltungs- und Betriebsaufwand belief sich auf 360 000 Franken. Ein weiterer gewichtiger Ausgabenposten sind mit rund 231 000 Franken die Kosten für den Unterhalt und den Ausbau von Anlagen und Netz.

Wie die EWU-Verantwort­lichen sagen, ist die Geschichte um den Netzausbau Schwarzenberg zu Ende. Dieses Frühjahr sei die Baubewilligung für den Netzausbau erteilt worden. Damit könne die neue Mittelspannungsleitung von der Ebni Schönau auf den Schwarzenberg erstellt und die dadurch bedingte neue Trafostation auf dem unteren Schwarzenberg gebaut werden. Die Ar­beiten sollen, so hoffen die Verantwortlichen, bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein. (pd)