URNÄSCH: Finanzielle Auswirkungen nicht abschätzbar

Die Spitex Appenzellerland hat im vergangenen Jahr die Weichen gestellt, um für künftige Anforderungen gerüstet zu sein. Wegen der neuen Pflegefinanzierung wird finanziell wenig Spielraum bleiben.

Merken
Drucken
Teilen
Präsidentin Monika Baumberger blickt auf ein herausforderndes Vereinsjahr zurück. (Bild: KER)

Präsidentin Monika Baumberger blickt auf ein herausforderndes Vereinsjahr zurück. (Bild: KER)

75 der rund 2900 Mitglieder der Spitex Appenzellerland waren am Mittwochabend zur Hauptversammlung im Reka-Dorf Urnäsch erschienen. Präsidentin Monika Baumberger sagte in ihrer Begrüssungsansprache, dass im vergangenen Jahr oft die Rede gewesen sei von neuer Pflegefinanzierung, von Höchstansätzen, Leistungsvereinbarungen und Krankenkassentarifen. Darüber dürfe das Wichtigste, der Mensch, nicht vergessen gehen. «Es bleibt eine grosse Herausforderung, Wirtschaftlichkeit und Hilfe, Pflege und Betreuung optimal zu vereinbaren», so Baumberger.

Geschäftsleiterin Susanne Schäfer berichtete von den Bestrebungen, die Qualität zu erhalten und zu verbessern. Ein Schwerpunkt bilde dabei die Kundenzufriedenheit. «Wir wollen eine Kultur schaffen, in der aus Lob und Kritik gelernt werden kann.» Neben dem direkten Gespräch mit den Mitarbeitenden und mit dem Ausfüllen eines Formulars erhalten Kundinnen und Kunden neu die Möglichkeit, Rückmeldungen direkt übers Internet zu geben, was auch schon mehrfach genutzt worden sei. Die Mitarbeiterbefragung, die Ende 2016 stattgefunden hatte, zeigte eine hohe Zufriedenheit. Eine Detailanalyse werde zeigen, wo man sich noch verbessern könne. Um den Pflegenachwuchs zu sichern, bietet die Spi­tex Ausbildungsplätze für verschiedene Pflegeberufe an. Künftig ist eine Zusammenarbeit mit dem Spital Herisau geplant.

Die Jahresrechnung schliesst vor Verbuchung der Gemeindebeiträge bei einem Gesamtertrag von gut 5 Millionen Franken mit einem Verlust von 1,98 Millionen Franken. Dieser fällt um acht Prozent höher aus als im Vorjahr. Gründe sind gemäss Jahresbericht eine geringere Leistungsnachfrage in den Sommermonaten sowie einer hohen Anzahl Arbeitsausfälle der Mitarbeitenden. Auch waren die Leistungen für Hauswirtschaft und Betreuung weniger nachgefragt worden. Das Budget 2017 rechnet mit einem Minus von 2,1 Millionen. «Neu leisten die Gemeinden einen Kostenbeitrag an jede verrechnete Stunde, anstatt wie bisher die verbleibenden Restkosten zu übernehmen. Mit den berechneten Höchstansätzen wird uns wenig Spielraum bleiben», sagte Präsidentin Monika Baumberger. Die Spitex Appenzellerland werde weiterhin auf Spenden und Legate angewiesen sein.

Karin Erni

karin.erni@appenzellerzeitung.ch