URNÄSCH: Eine delikate Frage

Die Statik des Urnäscher Gemeindehauses taugt nicht mehr. Aus dem Volk werden Zweifel laut, ob Urnäsch überhaupt noch ein Gemeindehaus braucht. Parkieren in Urnäsch wird kostenpflichtig.

Roger Fuchs
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Niklaus Hörler erläutert aktuelle Projekte. Neben ihm die Gemeinderatsmitglieder Doris Brunner, Iwan Schnyder, Markus Notter (Interimspräsident). (Bild: rf)

Niklaus Hörler erläutert aktuelle Projekte. Neben ihm die Gemeinderatsmitglieder Doris Brunner, Iwan Schnyder, Markus Notter (Interimspräsident). (Bild: rf)

URNÄSCH. Während die Präsentation der letztjährigen Gemeinderechnung die rund fünfzig Interessierten am Infoanlass vom Mittwoch kaum aus der Reserve lockte, gab es zu laufenden Projekten durchaus die ein oder andere Frage. Durch den Abend führte Interims-Gemeindepräsident Markus Notter. Der bisherige Präsident Franz Sandholzer ist vor eineinhalb Monaten zurückgetreten.

Neubau zur Debatte

Gemeinderat Niklaus Hörler, Ressort Hoch- und Tiefbau, hielt Neuigkeiten zu diversen Projekten bereit: Zwei Gutachten kommen zum Schluss, dass die Statik des heutigen Gemeindehauses nicht mehr genügt und es nicht mehr sicher ist. Eine Arbeitsgruppe kümmert sich um die weiteren Schritte, welche auch einen Abbruch und Neubau beinhalten könnten. Vorerst jedoch gelte es, so Hörler, auf Verlangen der kantonalen Denkmalpflege eine Hausanalyse durchzuführen. «Diese ist jetzt im Gang», so der Gemeinderat.

Ein Votant gab zu überlegen, ob Urnäsch künftig überhaupt noch ein Gemeindehaus brauche. Er sei überzeugt, dass in 15 Jahren die heutigen Gemeindestrukturen im Kanton nicht mehr die gleichen seien. Niklaus Hörler bestätigte in einer ersten Reaktion, dass dieser Gedanke mit einzubeziehen sei, so dass ein allfälliger Kanzleineubau auch günstig in ein Wohn- oder Gewerbehaus umgenutzt werden könne. In einem zweiten Anlauf zitierte Hörler den Regierungsrat, der vor wenigen Tagen in Urnäsch zu Besuch war. Der Regierungsrat glaubt gemäss Niklaus Hörler nicht daran, dass es in den nächsten 10 bis 15 Jahren zu Fusionen wie im Glarnerland kommt, so dass ein Gemeindehaus für Urnäsch hinfällig würde. Interimspräsident Markus Notter gab zu bedenken, dass eine Gemeindekanzlei auch einen strategischen Wert haben könne – man verfügt über Raum und braucht die Aufgaben nicht auszulagern.

Informationen hielt Niklaus Hörler überdies zum ehemaligen Gemeindealtersheim Chräg bereit. Demnach scheint es Wunschdenken, bereits bis im August eine Lösung zu haben. Da sich das Objekt in der Landwirtschaftszone befinde, seien den künftigen Möglichkeiten ein enges Korsett gesetzt.

Parkieren kostet ab 2017

Veränderungen gibt es in Urnäsch bald für die Autofahrer. Ab 1. Januar 2017 soll das Parkieren nicht mehr gratis sein. Wie am Informationsabend zu erfahren war, arbeitet eine Arbeitsgruppe derzeit ein Reglement für die Parkplatzbewirtschaftung aus. Nach der Genehmigung durch den Gemeinderat soll dieses dem fakultativen Referendum unterstellt werden und per Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. Wie Niklaus Hörler sagte, sollen die ersten zwei Stunden weiterhin nichts kosten. Auf die Frage, ob es für Einwohner Vergünstigungen gäbe, meinte Hörler, dass man an kein Ziel komme, wenn man beginne, Ausnahmen zu machen. Es soll aber Wochen- oder Monatskarten geben, so jemand beispielsweise regelmässig den Bahnhofparkplatz benützt.

Fussgängerstreifen oder auch das nächstjährige 600-Jahr-Jubiläum der Gemeinde waren Thema im weiteren Verlauf.

Rechnung und Abschiede

Die letztjährige Jahresrechnung schliesst mit einem Gewinn von rund 563 000 Franken. Das ist über eine Million besser als budgetiert. «Dass wir so gut dastehen, hat zum einen mit höheren Steuern, zum anderen mit guter Arbeit in den einzelnen Ressorts zu tun», sagte der für die Finanzen zuständige Gemeinderat Iwan Schnyder. Die Ressortchefs erläuterten die wichtigsten Abweichungen, die keine grossen Diskussionen auslösten.

Ganz zum Schluss des Abends überreichte Markus Notter den Gemeinderätinnen Trudi Tobler und Doris Brunner Blumen zum Abschied. Sie haben auf Ende Amtsjahr ihren Rücktritt aus dem Gemeinderat eingereicht.

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