URNÄSCH: Bedauern über sofortigen Abgang

Die Parteien und das Gewerbe in Urnäsch zeigen sich überrascht über den Rücktritt von Gemeindepräsident Franz Sandholzer. Wie es weitergeht, ist offen. Der Kanton äussert sich zur Rechtmässigkeit der Situation.

Jesko Calderara
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Die Parteien in Urnäsch wollen demnächst über die Nachfolge von Franz Sandholzer beraten. (Bild: Roger Fuchs)

Die Parteien in Urnäsch wollen demnächst über die Nachfolge von Franz Sandholzer beraten. (Bild: Roger Fuchs)

URNÄSCH. Seit gestern steht die Gemeinde Urnäsch ohne Gemeindepräsident da. Der bisherige Amtsinhaber, Franz Sandholzer, hat aus persönlichen Gründen sein Amt Knall auf Fall niedergelegt. Er deutete Unstimmigkeiten mit seinem Gemeinderatskollegen Niklaus Hörler an. Zum konkreten Fall in Urnäsch will sich Thomas Frey als Leiter des kantonalen Rechtsdienstes nicht äussern. «Ein ausserordentlicher Rücktritt aus persönlichen Gründen ist grundsätzlich möglich», sagt er. Im Gesetz über die politischen Rechte sei diese Thematik allerdings nicht expliziert geregelt. Sofortige Rücktritte von Behördenmitgliedern habe es in Appenzell Ausserrhoden in der Vergangenheit ab und zu mal gegeben, sagt Frey.

Parteien planen Gespräche

In Urnäsch zeigen sich die Vertreter der Ortsparteien, des Gewerbes und der Landwirtschaft erstaunt über die Vorkommnisse der vergangenen Tage. FDP-Präsident Iwan Schnyder gehört als Finanzchef selbst dem Gemeinderat an. «Der Rücktritt von Franz Sandholzer hat uns völlig überrascht.» Die FDP würde diesen sehr bedauern. Schnyder hält es nun für wichtig, dass die Geschäfte der Gemeinde reibungslos weiterlaufen und die Ressorts im Gremium entsprechend verteilt werden. Weiteren Handlungsbedarf sieht er zurzeit nicht.

Für die Suche nach einem neuen Urnäscher Gemeindepräsidenten wird die sogenannte Elefantenrunde zuständig sein. Dieser gehören FDP, SVP, der Handwerker- und Gewerbeverein, Urnäsch mitenand sowie der Landwirtschaftliche Verein an. In nächster Zeit würden sich die Parteienvertreter zu Gesprächen treffen, sagt Schnyder.

Niemand war vorinformiert

Auch die SVP Urnäsch zeigt sich überrascht über den Entscheid von Franz Sandholzer. «Ich bin aber überzeugt und habe das Vertrauen, dass der verbleibende Gemeinderat die Geschäfte sauber weiterführen wird», sagt SVP-Präsident Andreas Hachen. Das weitere Vorgehen müsse nun mit den anderen Parteien und Organisationen besprochen werden. Sandholzer gehört als selbständiger Kaminfegermeister dem Handwerker- und Gewerbeverein an. Deren Präsident Niklaus Frischknecht sagt: «Wir hatten kein Vorwissen über einen möglichen Abgang.» Allerdings hätten sie politisch nicht oft zu tun gehabt mit dem Gemeindepräsidenten. Nun stelle sich die Frage, ob allenfalls Niklaus Hörler nochmals kandidiere, sagt Frischknecht.

Nicht gross äussern will sich der Präsident des Landwirtschaftlichen Vereins. «Franz Sandholzer hat sich so entschlossen, das ist zu akzeptieren», sagt Jürg Frischknecht. Ihre Aufgabe sei es nun, in die Zukunft zu blicken.