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URNÄSCH: Aussenseiterkunst trifft auf Weltreise-Bloch

Das Brauchtumsmuseum widmet dem Kunstschaffen von Randständigen eine Sonderausstellung. Gestern wurde zur Buchvernissage und zu einem Videovortrag über die Reise des Blochs eingeladen.
Andy Lehmann
Das Urnäscher Bloch als Kulisse für chinesisches Theater. (Bild: Andy Lehmann)

Das Urnäscher Bloch als Kulisse für chinesisches Theater. (Bild: Andy Lehmann)

URNÄSCH. «Aussenseiter & Randständige der Volkskunst rund um den Säntis», heisst das gestern vorgestellte Buch, zur gleichnamigen Sonderausstellung im Urnäscher Brauchtumsmuseum. Jürg Bühler, Präsident ad interim, durfte 20 Interessierte zur Buchvernissage willkommen heissen. Das Buch wurde unter der Federführung von Richard Altherr vom Brauchtumsmuseum herausgegeben. Er sei auch Vater der Sonderausstellung «Aussenseiter und Randständige in der Volkskunst rund um den Säntis». Nach Dankesworten übergab Jürg Bühler das Wort an Richard Altherr, der das Buch kurz vorstellte. Im Buch gibt es nebst zahlreichen Fotos der Kunstwerke auch jeweils eine Kurzbiographie über die Kunstschaffenden. Zahlreiche Texte zur Aussenseiterkunst, zum Silvesterchlausen und zum Bloch vervollständigen das Buch. Richard Altherr freute sich darüber, dass er das erste Exemplar tags zuvor kaufen durfte.

Im Anschluss übergab Jürg Bühler das Wort an Marcus Gossolt, der die Reise des Urnäscher Blochs um den Globus in einem Videovortrag präsentierte. Einleitend stellte Marcus Gossolt, der mit Johannes M. Hedinger ein Künstlerduo bildet, zwei wichtige vergangene Projekte vor. Eingeleitet wurde der Film mit der Bloch-Gant. 3000 Franken musste Gossolt damals für den Stamm zahlen. «Es war wohl das teuerste Urnäscherbloch aller Zeiten», mutmasste er. Bevor das Bloch auf Reisen ging, wurde es als überdimensionaler Stempel im Sittertobel verwendet. Sieben Drucke wurden erstellt, einer kann im Zeughaus Herisau besichtigt werden. Anschliessend ging der Baumstamm über Bern nach Berlin. «Wegen Putin und uns war der ganze Bezirk um das Kanzleramt abgesperrt», sagte Gossolt. Interessant war, dass in der Schweiz und in Berlin niemand den Stamm bearbeitete. Anders in Asien, wo das Bloch mit Schnitzereien verziert wurde. Er diente in Shanghai als Theaterkulisse und Laufsteg für Models einer Modenschau. Bei den Indianern wurden aus Blochholz Bogen und Pfeile gefertigt. Es sei schwierig gewesen, den Stamm in verschiedene Länder zu transportieren. «Das Bloch kam regelmässig in Quarantäne; am schlimmsten war es in Amerika», sagte Gossolt. Dort hinterliess auch ein «Künstler» mit einer Axt das unschöne Wort «Rats» auf dem Stamm. «Wenn man es rückwärts liest, heisst es Star». Das Bloch soll sämtliche Kontinente bereisen und dann zurück an seinen Ursprung nach Urnäsch gebracht werden.

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