URNÄSCH: Appenzellisches «Osse ond Inne»

Erstmals sind sämtliche Appenzeller Bräuche in einem wechselseitigen Bildband vereint. An der Vernissage in Urnäsch präsentiert der Fotograf Rudolf Hug stolz sein Werk.

Andy Lehmann
Drucken
Teilen
Alfred Stricker, Rudolf Hug und Markus Rusch im Gespräch. (Bilder: Andy Lehmann)

Alfred Stricker, Rudolf Hug und Markus Rusch im Gespräch. (Bilder: Andy Lehmann)

Andy Lehmann

andreas.lehmann@appenzellerzeitung.ch

Wenn der Autor Rudolf Hug damals auf seinen Berufsberater, der ihm den Beruf des Schmiedes empfahl, gehört hätte, wäre das Wechselbuch «Osse ond Inne – Inne ond Osse» wahrscheinlich nie entstanden. Vom «Botze­rössli» bis «Räuchle» und vom ­«Silvesterchlausen» bis zur «Vechschau» zeigt es sämtliche Innerhoder- und Ausserrhoder Bräuche anschaulich in Bild und Text. Am Donnerstagabend wurde das Buch an der Vernissage im Saal der Stiftung Columban in Urnäsch vorgestellt. Im Beisein des Laudators Regierungsrat Alfred Stricker und des Vertriebspartners der Appenzeller Druckerei, mit Geschäftsführer Markus Rusch, fanden sich rund 20 Inter­essierte zur Buchpräsentation ein. «Urnäsch ist mit dem Brauchtum stark verflochten und ein würdiger Ort mit Traditionen, um das Buch der Öffentlichkeit vorzustellen», sagte Markus Rusch in seiner Begrüssungsrede.

Als Thurgauer im Appen­zellerland verwurzelt

«Was treibt einen Thurgauer an, in einem Bildband das Brauchtum beider Appenzeller Halbkantone vorzustellen?», fragte Regierungsrat Alfred Stricker in ­seiner Laudatio. Sind es Bräuche oder nur Klischees, die dargestellt werden? Das Brauchtum habe in den vergangenen 20 Jahren einen starken Wandel im positiven Sinne erlebt. Die Brauchtumsszene öffne sich gegen aussen und erfahre im Gegenzug viel Sympathie und Aufmerksamkeit. Es gelte aber auch, den wertvollen Flecken um den Säntis zu bewahren und das Kulturgut so zeigen, wie es sei, so Stricker. «Jeder Mensch hat Grundbedürfnisse. Für mich sind es Essen und Trinken, Wissen und Seelenfutter. Auch das Buch veranschaulicht dies. Essen und Trinken steht für die Pflege des Miteinanders, Wissen ist der Text, und die schönen Bilder sind wie Töne auch das Seelenfutter für mich», sagte Alfred Stricker und stimmte sogleich ein Zäuerli an. Die anwesenden Gäste unterstützten ihn dabei. Nach Hackbrettklängen von Ueli Zähner trat der Autor Rudolf Hug sichtlich gerührt vor die Gäste. Er bedankte sich für die Laudatio und sagte: «Meine Wurzeln sind fest im ­Appenzellerland verankert, denn mein Grossvater führte in Speicherschwende eine Bäckerei. Erst später erfolgte der Wohnortwechsel nach Romanshorn. Als «Goofe», das darf man im Appenzellerland guten Gewissens sagen, sind wir oft mit den Eltern im Alpstein unterwegs gewesen.»

Vor rund sechs Jahren habe er den Entschluss gefasst, das Brauchtum beider Halbkantone in einem Buch zu zeigen. Er wolle aber weder als Voyeur noch als Paparazzi auftreten, sondern das Brauchtum spüren. Die Eindrücke mit der Seele aufnehmen und mit Bild und Text wiedergeben, so Hug. Der Autor erzählte von unvergesslichen Begegnungen, etwa bei der Alpstobete oder dem Silversterchlausen, dem Wohlwollen und der Hilfsbereitschaft der Appenzellerinnen und Appenzeller. Es sei ihm auch wichtig gewesen, den Bildband in der Schweiz drucken zu lassen. Mit der Appenzeller Druckerei habe er einen tollen Vertriebspartner gefunden.

Buchbestellungen

Appenzeller Druckerei, Herisau

www.brauchtum-appenzell.ch

Wechselbuch zeigt das Brauchtum der Appenzeller Halbkantone.

Wechselbuch zeigt das Brauchtum der Appenzeller Halbkantone.