Uraufführung des «Bänklijodels»

Am Samstagabend ohne Reservation einen Platz in der Mehrzweckhalle Mogelsberg zu bekommen, war chancenlos. Wenn das Schmittechörli Necker zum Jodlerabend einlädt, dann strömen die Besucher in grossen Scharen herbei.

Cecilia Hess-Lombriser
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Margrit Grob (erste Jodlerin von links) komponierte den «Bänklijodel», der am Samstag uraufgeführt wurde. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

Margrit Grob (erste Jodlerin von links) komponierte den «Bänklijodel», der am Samstag uraufgeführt wurde. (Bild: Cecilia Hess-Lombriser)

MOGELSBERG. Der Schneefall hatte niemanden davon abgehalten, nach Mogelsberg zu fahren. So viele Personen, wie es die Feuerpolizei erlaubt, wurden am Samstag in die Mehrzweckhalle eingelassen. «Das Chörli ist eben gut», erklärte ein Besucher den Grossaufmarsch.

Die Liebe zur Tradition und die Verbundenheit mit dem Verein und untereinander dürften jedoch weitere Gründe für die Beliebtheit des Jodlerabends sein. Zu den Aufführenden gehörten als Gäste die Kummerbuebe Saanenland, das Schwyzerörgeliduo Anja und Pirmin Meier und das Trio Chnüsperlibuebe, das später zum Tanz aufspielte. Vor einem halben Jahr hatte das Trio in der Sendung «Potzmusig» gespielt.

Margrit Grob hat komponiert

Der Höhepunkt des Abends war die Uraufführung des «Bänklijodels» von Margrit Grob. Sie ist eine der vier Jodlerinnen des Schmittechörlis Necker, das seit eineinhalb Jahren unter der Leitung von Heidi Bollhalder steht.

Margrit Grob stellte ihre Neukomposition und ihre Assoziationen selber vor: Nach dem Aufstieg auf den Berg wartet eine Bank, die dazu einlädt, die Aussicht zu geniessen. Wohlbehagen macht sich breit, Entspannung stellt sich ein, die Sorgen sind vergessen. Die Ideen kämen ihr auf den Motorradtouren mit ihrem Mann. Wenn sie hinter ihm sitze, singe sie und probiere die Melodien aus, sagte sie.

Christian Schweizer, der Präsident des Schmittechörlis, hatte im uraufgeführten «Bänklijodel» die Solostimme. Das Publikum, das den ganzen Abend eine bemerkenswerte und respektvolle Aufmerksamkeit zeigte, quittierte den Jodel mit frenetischem Applaus und forderte damit die Wiederholung.

Verlangsamter Herzschlag

Es ist ein Phänomen mit dem Jodel. Kaum stand das Schmittechörli Necker im Halbkreis auf der Bühne und sang zum Auftakt den «Beckijodel» – natürlich mit Talern in der Schüssel – schien sich kollektiv der Herzschlag zu verlangsamen und die Atmung tiefer zu werden. Der Jodel hat vielfach ein gemächliches Tempo und in den Jodelliedern werden Geschichten erzählt, die eine klare Aussprache verlangen.

Das versteht das Schmittechörli ausgezeichnet. Ausserdem ist sein Klang ausgewogen und die Stimmen sind harmonisch. Es ist ein Genuss, den Sängerinnen und Sängern zuzuhören und sich nur auf die eine Sache zu konzentrieren. «Es ist ein gutes Gefühl, wenn uns so viele Leute hören wollen», sagte Christian Schweizer in seiner Begrüssung. Eine ganze Reihe von Titeln war an diesem Abend zu hören und zu geniessen.

Gäste aus dem Saanenland

Das Schmittechörli und die Kummerbuebe, die zu fünft auftreten, wechselten sich ab. Dazwischen spielte, auf Musikkoffern sitzend, das Geschwisterpaar Anja und Pirmin mit grosser Leichtigkeit. Die Gäste aus dem Saanenland brachten Traditionelles mit, sangen von «Blüemli» und von Lebensweisheiten und brachten das Publikum mit lustigen Geschichten zum Lachen.

Gelacht wurde auch zünftig, als das Schmittechörli mit einer Einlage überraschte. Aus einer turbulenten Nacht resultierten Drillinge und drei Väter.