Unwetter schlimmer als Winter

Der Winter hat an den Gemeindestrassen weniger Schäden angerichtet als das Unwetter im Frühsommer. Betroffen sind unter anderem Hemberg, Neckertal und Nesslau. In Wattwil lief es glimpflich ab.

Martin Knoepfel
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REGION. Der lange und harte Winter hat den Gemeindestrassen im Toggenburg weniger zugesetzt, als man glauben könnte. Das zeigt eine Umfrage bei verschiedenen Gemeinden. Hingegen fallen die Unwetter und die starken Regenfälle am 1. und 2. Juni ins Gewicht, auch finanziell. «Die Unwetterschäden erreichen rund eine halbe Million Franken», sagt Kilian Looser, Gemeindepräsident von Nesslau. Die dringendsten Reparaturen würden fortlaufend vorgenommen.

«Wie hoch die Schäden sind, die die Gemeinde selber tragen muss, kann ich noch nicht sagen.» Grundeigentümer könnten Schäden bei der kantonalen Hilfskasse anmelden, und einen Teil bezahle der Fonds für nicht versicherbare Elementarschäden, sagt Looser.

Hintereggstrasse betroffen

Die Politische Gemeinde Neckertal verzeichnet nach dem Unwetter Schäden in der Höhe von rund 720 000 Franken. Man sei daran, sie zu reparieren. Mehr als die Hälfte davon entfalle auf einen grösseren Hangrutsch am Nordabhang der Wasserfluh, sagt Ratsschreiber Andreas Lusti. Er fügt aber gleich an, dass das Unwetter wohl eher der Auslöser als die Ursache des Rutschs sei, da der Hang schon früher instabil gewesen sei.

Die Hintereggstrasse müsse in aufwendiger Arbeit im Felsen verankert werden. Dazu müsse man die Strasse zeitweise sperren. Lusti geht davon aus, dass die Arbeiten in etwa zwei Monaten beendet sein werden. Einen Posten für Unwetterschäden hat die Gemeinde nicht im Budget, da es sich um von aussen kommende Sonderlasten handelt, und der Finanzausgleich deckt diese Kosten ebenfalls nicht. Deshalb wurden andere Projekte, etwa an der Chäserenstrasse in Wald-Schönengrund, zurückgestellt, wo die Gemeinde 140 000 Franken investieren wollte. Daneben gab es mehrere kleinere Schäden. Dort wo Landwirtschaftsbetriebe betroffen sind, leistet der Kanton Unterstützung.

Mikropfähle empfohlen

Hemberg plant Sanierungen an der Brandstrasse, Bächli, und an der Scherbstrasse oberhalb des Skilifts Hemberg. Das von der Gemeinde konsultierte Ingenieurbüro habe einen Betonlängsriegel und den Einbau von Mikropfählen talseits der Strasse vorgeschlagen. Die Arbeiten seien ausgeschrieben worden, die Offerten aber noch nicht da, sagt Gemeinderatsschreiber Cornel Schmid. Zu den Kosten für die Gemeinde kann Schmid deshalb nichts sagen. Der Gemeinderat will die Arbeiten an der Sitzung von Mitte September vergeben, damit die Arbeiten noch vor Ende Oktober ausgeführt werden können. Sonst habe es keine weiteren Schäden an Gemeindestrassen gegeben.

In Wattwil konnte das Bauamt die Strassenschäden des Winters 2012/2013 selber beheben. Das Budget wird eingehalten. Auch die Unwetter im Frühsommer haben an den Gemeindestrassen keine Schäden angerichtet. Einzelne Böschungen mussten allerdings erneuert werden. Das sagt Daniel Rhiner, Leiter für Sicherheit, Infrastruktur und Unterhalt in der Gemeindeverwaltung.