Unverhofft zum Autobahnanschluss

Der Teufner Markus Bänziger engagiert sich für die Engpassbeseitigung in der Stadt St. Gallen. Er ist überrascht von den Plänen des Bundes. Diese sehen bei der Umfahrung Teufen einen Autobahnanschluss fürs Appenzellerland vor.

Patrik Kobler
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Markus Bänziger (Bild: bei)

Markus Bänziger (Bild: bei)

TEUFEN. Damit hatte niemand gerechnet: Der Bund plant in der Stadt St. Gallen einen neuen Autobahnanschluss mit Teilspange. Das Appenzellerland erhält eine direkte Verbindung mit einem Tunnel, der in den Raum Liebegg führt. Erfreut von diesem Vorschlag zeigt sich auch Markus Bänziger. Er ist Gemeinderat von Teufen und Vorstandsmitglied der IG Engpassbeseitigung in St. Gallen. Als Geschäftsleitungsmitglied der Forster Rohner AG setzt er sich für eine erfolgreiche Entwicklung der Wirtschaftsregion St. Gallen ein. «Die Verkehrsanbindung an das Nationalstrassennetz und flüssige Verkehrserschliessungen sind dabei ein zentraler Faktor», sagt er. Primäres Ziel der IG Engpassbeseitigung ist ein leistungs- und konkurrenzfähiges Verkehrsnetz. Dieses ist durch die hohe Verkehrszunahme immer mehr überlastet. Die erarbeitete Lösung bezeichnet Bänziger als weitsichtig. Vorhandene Flaschenhälse und Engpässe würden beseitigt.

Zu den Profiteuren der vorgeschlagenen Lösung gehört auch das Appenzeller Mittelland. Mit der direkten Verbindung wird der Verkehrsfluss zwischen Riethüsli und Schorentunnel massiv verbessert. Allerdings werden im Hinterland bereits Befürchtungen laut, dass damit die Umfahrung Herisau endgültig gestorben ist. Markus Bänziger warnt davor, die beiden Projekte gegeneinander auszuspielen. Mit vereinten Kräften sei es den Ostschweizern gelungen ist, die finanzielle Beteiligung des Bundes an der Engpassbeseitigung in St. Gallen praktisch sicherzustellen. Nun solle man sich nicht auseinanderdividieren lassen. «Ausserrhoden, ja die Nordostschweizer Kantone müssen nun zusammenstehen», sagt er. Es gehe nicht um Hinterland gegen Mittelland, sondern um eine Stärkung der Wirtschaftsregion St. Gallen – dazu zähle auch Ausserrhoden – sowie die positive Entwicklung des Appenzellerlandes. Dass die Verkehrssituation in Herisau verbessert werden muss, steht für ihn ausser Frage.

Als Autolobbyist sieht sich Markus Bänziger durch sein Engagement für die IG Engpassbeseitigung überhaupt nicht. Im Gegenteil: Öffentlicher Verkehr und Langsamverkehr seien ihm ebenso wichtig, sagt er. «Es braucht ein faires Nebeneinander, ein Gegeneinander wird keinem helfen!» Strategisch sei für ihn jedoch der Individualverkehr nicht wegzudenken, insbesondere für eine wirtschaftlich prosperierende Entwicklung der Region St. Gallen-Appenzell-Thurgau nicht. Gerade im Appenzellerland mit den entlegenen Streusiedlungen werde er weiterhin grosse Bedeutung haben, so Bänziger. «Auch wenn wir den öffentlichen Verkehr attraktiver machen, sind bei uns trotzdem viele auf den Individualverkehr angewiesen. Dieser wird in Zukunft noch deutlich schonender und verträglicher auftreten.»

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