UNVERHOFFT: Beim König scheiden sich die Geister

Schwingerkönig Nöldi Forrer hat am Thurgauer Kantonalen mit Rang zwei überrascht. 150 Kränze blieben sein Ziel, obwohl er ausser dem Nordostschweizer kein Teilverbandsfest bestreiten darf.

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Schwingt König Nöldi Forrer auch am St. Galler Kantonalen und in der ganzen Saison obenauf? (Bild: Urs Huwyler)

Schwingt König Nöldi Forrer auch am St. Galler Kantonalen und in der ganzen Saison obenauf? (Bild: Urs Huwyler)

Seine Zeit sei, wie jene von Simon Ammann, vorbei, hiess es über Nöldi Forrer vor dem Thurgauer Kantonalen in Zihlschlacht. So einfach scheint es trotz gesundheitlicher Probleme nicht zu sein. Ungeschlagen Zweiter hinter Orlik, dies hatte sich nicht einmal der Routinier zugetraut.

Der Körper-Check Ende Saison 2016 fiel bei Nöldi Forrer ernüchternd aus. Einerseits wurde eine Bänderverletzung im Knie diagnostiziert, andererseits zeigten sich nach 20 Jahren Spitzenschwingen Abnützungserscheinungen. Ein künstliches Hüftgelenk war bei den Medizinern ein Thema, der Senn entschied sich gegen eine Operation und für einen konservativen Formaufbau. Durch die diversen Verletzungen war nicht klar, ob und wie stark Forrer in die Arena zurückkehren würde. Wobei Forrer schon auf der Liste Ende Oktober fehlte. Damals waren seine Verletzungen nicht bekannt. Die Verantwortlichen betonen, «Nöldi» hätte einmal im Training erscheinen und seine Situation erklären können. Fakt ist: Er darf an den Bergfesten Stoss, Rigi und Schwägalp, aber an keinem Teilverbandsfest starten. Einst wollte er bis zum ESF 2019 in Zug schwingen. Jetzt äussert er sich zurückhaltender: «Fehlt eine gewisse Wertschätzung und geht die Freude verloren, brauche ich das nicht mehr. Ich kann die Sonntage auch anders verbringen.»

Das Thurgauer Kantonale lieferte Hinweise, über welche Qualitäten er nach wie vor verfügt. Neu-Eidgenosse Tobias Krähenbühl (Frauenfeld) und Raphael Zwyssig (Gais) bekamen dies zu spüren, Domenic Schneider (Friltschen), einem weiteren Neu-Eidgenossen, gelang ebenfalls kein Sieg gegen den «alten Mann».

Neben den Bergfesten stehen vier Kantonale und ein Teilverbandsfest (NOS) auf Forrers Programm. 150 Kränze bleiben im Fokus. Derzeit steht sein Rekord bei 143. Hochgerechnet kann der königliche Käsermeister die magische Grenze dieses Jahr vor seinem 39. Geburtstag im Oktober erreichen. Nicht auf der Einsatzliste steht derzeit das Unspunnenfest in Interlaken. Das St. Galler Kantonale soll seine interne Position stärken. «Wichtig wird sein, dass ich mich gegen die Nicht- oder Neu-Eidgenossen zu behaupten vermag. Ich mache mir keine Illusionen. Das eigene Kantonale werde ich nicht zum sechsten Mal gewinnen.»

Urs Huwyler

redaktion@toggenburgmedien.ch

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