Unterwegs zur ewigen Wohnung

Was für eine Vorstellung haben Sie vom Leben nach dem Tod? Haben Sie gar keine Vorstellung? Glauben Sie an ein Weiterleben, aber man weiss nicht wie und weiss nicht wo? Glauben Sie, dass mit dem Tod alles aus ist? Oder glauben Sie an die Wiedergeburt? Oder glauben Sie, wie es uns die Heilige

Peter Maier
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Peter Maier Seelsorger, Katholische Kirchgemeinde Wildhaus (Bild: Beatrice Bollhalder)

Peter Maier Seelsorger, Katholische Kirchgemeinde Wildhaus (Bild: Beatrice Bollhalder)

Was für eine Vorstellung haben Sie vom Leben nach dem Tod? Haben Sie gar keine Vorstellung? Glauben Sie an ein Weiterleben, aber man weiss nicht wie und weiss nicht wo? Glauben Sie, dass mit dem Tod alles aus ist? Oder glauben Sie an die Wiedergeburt? Oder glauben Sie, wie es uns die Heilige Schrift sagt, an die Auferstehung von den Toten und das ewige Leben bei Gott? Vielleicht denken Sie: Wo sie sind, weiss ich nicht so genau, wohl bei Gott, aber sicher geht es ihnen gut. Diese Vorstellung haben viele: Den Verstorbenen geht es gut.

Vielleicht ist unser Herz bei dieser Frage etwas verwirrt durch den Alltag, der so gar nicht von Gott erzählt oder uns ein Sammelsurium von Antworten gibt. So sind wir eher etwas verlegen bei diesem Thema. Aber Jesus gibt uns Sicherheit. Er sagt: «Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.» Jesus gibt uns Sicherheit, indem er uns sagt, wie wir es machen sollen, dass wir nicht verwirrt werden und unsicher. Er sagt: «Glaubt an Gott und glaubt an mich.» Wir sollen also an den Vater glauben und an Jesus Christus. An sie glauben bedeutet auch im Vertrauen auf Gott zu leben und auf ihn zu hören.

Zuerst kommt also unser Glaube. So sind diese Novembertage eine Gelegenheit, unseren Glauben zu reaktivieren und zu festigen. Es ist eine Gelegenheit, uns auf Gott einzulassen und Ja zu sagen zu dem, was uns der Glaube sagt. Und eines, das uns der Glaube sagt, ist das Wort von Jesus: «Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.» Das ist ein schönes Bildwort.

Denn es kommt uns sehr entgegen. Jesus spricht in menschlicher Weise von dem Ort, an dem die Verstorbenen sind, von dem Ort, an den auch wir gelangen werden. Und das Wort Wohnung ist sehr ansprechend. Denn in einer Wohnung, da können wir zu Hause sein, da können wir glücklich sein, da dürfen wir bleiben, da können wir leben. Wir finden also unser Zuhause bei Gott. Aber nicht automatisch, sondern durch den Glauben.

Uns ist nicht nur eine grossartige Verheissung gegeben, sondern wir wissen auch den Weg dorthin: Es ist Jesus. Aber was kann das heissen: Jesus ist mein Weg nach Hause, zu Gott? Es heisst, ihn nachzuahmen. Aber was bedeutet das? Es bedeutet, hilfsbereit zu sein wie er, offene Ohren und Augen für die Menschen zu haben wie er, barmherzig zu sein wie er, zu vergeben wie er. Aber können wir ihn einfach so nachahmen? Er ist Gottmensch, ich bin ein Mensch und dazu ein fehlerhafter, sagen wir es offen, ein sündhafter Mensch.

Es geht so wie Paulus es in einem Brief geschrieben hat: «Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen.» Uns ist also die Liebe Gottes gegeben.

So ist der November nicht nur eine Gelegenheit, unseren Glauben allgemein zu erneuern und unseren Glauben an die Auferstehung.

Es ist auch eine Gelegenheit daran zu glauben, dass Gott mich liebt. Immer wieder dürfen wir uns daran erinnern. Er ist mit mir unterwegs, ihm kann ich mich anvertrauen. Mit ihm kann ich leben. Mit ihm können wir miteinander leben in der Familie. Mit ihm unterwegs werden wir auch die Wohnung bei Gott erreichen.