UNTERWASSER: Starke Charaktere zum Zweiten

16 Amateurschauspieler haben sich für die zweite Eigenproduktion des Zeltainers am Dienstagabend für ein Casting in «Stumps Alpenrose» eingefunden.

Christiana Sutter
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Künftige Schauspieler zeigen mit Emotionen und sprachlich sehr unterschiedlich, wie sie einen Satz interpretieren. (Bilder: Christiana Sutter)

Künftige Schauspieler zeigen mit Emotionen und sprachlich sehr unterschiedlich, wie sie einen Satz interpretieren. (Bilder: Christiana Sutter)

Christiana Sutter

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Nach dem Erfolg der Eigenproduktion 2015 im Kleintheater Zeltainer in Unterwasser mit dem Stück «Die Schweizermacher» von Rolf Lyssy führen Amateurschauspieler ein weiteres Theaterstück im August dieses Jahres auf: «Der Besuch der alten Dame». Die Tragikomödie des Schriftstellers Friedrich Dürrenmatt ist ein bösartig-groteskes Gedankenspiel und wurde 1956 in Zürich uraufgeführt. Das Stück wurde ein Welterfolg.

Es handelt von der Milliardärin Claire Zachanassian. Diese kehrt nach über 45 Jahren in ihren Heimatort zurück. Die Stadt Güllen ist mittlerweile verkommen und schmutzig. Die Bewohner und der Bürgermeister sind aufgeregt und erhoffen sich durch den Besuch der Milliardärin finanzielle Unterstützung. Als Gegenleistung für ihr Engagement verlangt die alte Dame Gerechtigkeit. Die Suche nach der bürgerlichen Moral und den Tücken der Gerechtigkeit versucht Regisseur Daniel Koller aus Unterwasser mit den Schauspielern rabenschwarz und unterhaltsam auf die Bühne des Zeltainers zu bringen.

In Mundart aufführen, dann wird es authentisch

Zwölf Frauen und vier Männer, auch aus dem Toggenburg, stellten sich den kritischen Augen des Regisseurs Daniel Koller. In einem Kreis stehend gaben sie mit Körpereinsatz ein imaginäres Geschenk weiter. Oft hörte man ein Lachen, wenn am Schluss die Auflösung des Geschenks kam. Als nächstes versuchten die künftigen Zeltainer-Schauspieler, illustrierend einen vorgegebenen Satz mit Gestik wiederzugeben. «Nein, das kannst du jetzt wirklich nicht von mir verlangen.» Jeder zeigte mit Körpereinsatz, Emotionen und sprachlich sehr unterschiedlich, wie er oder sie diesen Satz interpretierte. Als letzte Aufgabe verlangte Koller, dass in Zweier- und Dreier-Gruppen eine Szene aus dem Stück vorgespielt wird. Jetzt wurden die schauspielerischen Fähigkeiten gut ersichtlich. «In dieser Gruppe hat es sehr viele starke Charakteren, ich bin positiv überrascht», war dann auch das Fazit des Regisseurs.

Nun ist es an Daniel Koller, die nächsten Schritte einzuleiten. Die Rechte mit dem Verlag müssen eingeholt werden, das Dürrenmatt-Stück ist in Hochdeutsch geschrieben. «Ich möchte es in Schweizerdeutsch aufführen, wenn der Verlag dies erlaubt, es wirkt authentischer.» Und das Stück muss auf die Personen zugeschrieben werden. Es soll eine kompakte Aufführung werden. Mindestens 15 Personen können mitspielen. Für Amateurschauspieler ist es weiterhin möglich, sich bei Daniel Koller zu melden.

Regisseur Daniel Koller, E-Mail: daniel.koller78@gmail.com