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UNTERWASSER: Milliarden für die Gerechtigkeit

13 Darsteller zeigten am Samstagabend die Inszenierung «Der Besuch der alten Dame» des Regisseurs Daniel Koller. Die Premiere des Theaters im Zeltainer besuchten rund 100 Gäste.
Christiana Sutter
Güllens Bevölkerung ist nicht zimperlich. Schon wird der Sarg für den toten Alfred Ill gebracht.

Güllens Bevölkerung ist nicht zimperlich. Schon wird der Sarg für den toten Alfred Ill gebracht.

Christiana Sutter

redaktion@toggenburgmedien.ch

Schauplatz ist der Bahnhof in Güllen. Der Arzt, der Polizist und die Tochter des Kioskbesitzers Ill sitzen auf einer Bank und schauen den Zügen nach. Ein Zug ist im Anrollen. «Der rollende Roland, er fährt von Hamburg nach Neapel», sagt der Polizist. «Heute halten nicht mal mehr die Regionalzüge». Es herrscht Langeweile und Güllen ist dem Bankrott nahe. Die Güllener brauchen Geld. Da kommt die Nachricht, dass die Milliardärin Claire Zachanassian ins Dorf kommt. Alles wird vorbereitet für einen grossen Empfang. Der Turnverein kommt, die Dorfmusik spielt und der Bürgermeister wird eine Rede schwingen. «Der rollende Roland stoppt in Güllen», sagt der Polizist erschrocken. Plötzlich ist sie da, das «Klärli», das damals aus dem Dorf vertrieben wurde. Sie hat die Notbremse gezogen.

Blinde Eunuchen und ein schwarzer Panther

Begleitet wird die Milliardärin von ihrem Butler Boby, ihrem neunten Ehemann und den Gangstern Roby und Toby sowie den blinden Eunuchen Koby und Loby. Im Gepäck der alten Dame, in einer grossen Holzkiste, führt sie auch einen schwarzen Panther mit. Dieser schwarze Panther spielt eine wesentliche Rolle im Stück. Denn auch ihre Jugendliebe nannte die Milliardärin damals «schwarzen Panther».

Die alte Dame will Gerechtigkeit für das, was ihr in der Jugend angetan wurde. Von ihrer Jugendliebe, Alfred Ill, wurde sie als 17-Jährige schwanger. Das Baby starb nach der Geburt. Sie flüchtete aus Güllen. In Hamburg wurde sie von dem Ölmogul und Milliardären Zachanassian aus dem Bordell geholt, dieser heiratete sie. Claire Zachanassian unterbreitete dem Güllener Gemeindepräsidenten ein Angebot. «500 Millionen für die Gemeinde und 500 Millionen für die Bevölkerung , wenn ihr Alfred Ill tötet.» Der Gemeindepräsident fordert die Bürger aus Güllen auf, das Angebot im Namen der Gerechtigkeit abzulehnen.

Laienschauspieler begeistern

Regisseur Daniel Koller musste die Originalversion stark kürzen. Für Kenner des Stücks mögen gewisse Personen und Wendungen grotesk erscheinen. Koller ist es aber gelungen, den roten Faden nicht zu verlieren und die Hauptbotschaft auf tragisch-komische Art wiederzugeben. Anstelle von Menschen beispielsweise werden die Eunuchen durch Puppen dargestellt. Auch die Ehemänner sieben bis neun sind Puppen.

Die Hälfte der Schauspieler stehen das erste Mal auf der Bühne. Was diese zeigen, ist bemerkenswert. Ein wichtiges Element im Theaterstück ist die Mimik und die Musik. Mirjam Bächtold aus St. Gallen ist eine erfahrene Musicaldarstellerin und begeistert mit Sologesang. Die Milliardärin wird durch Cilgia Kobelt aus Wattwil gespielt, sie ist eine erfahrene Laienschauspielerin sowie auch der St. Galler Florian Kern, der den Alfred Ill spielt. Mit Regula Falkner aus Ebnat-Kappel und Hilda Mathis aus Arn­egg sind zwei weitere erfahrene Darstellerinnen auf der Bühne, die bereits bei der letzten Eigenproduktion dabei waren. Bruno Pfyl aus Rapperswil-Jona spielt den Butler Boby und die Puppen-Ehemänner. Der Pfarrer wird durch Fabian Rhyner aus Sevelen gespielt. Die Gangster und Eunuchen werden durch Vroni Gubler aus Alt St. Johann und Regi Diener aus Wildhaus dargestellt. Aus Gams stehen Mutter Martina (Arzt) und Tochter Sarah Bocek (Tochter Ills) auf der Bühne. Den Zugführer spielt Rita Gabathuler aus Ebnat-Kappel, und Barbara Eberle aus Montlingen spielt Mathilde, Ills Ehefrau.

Weitere Vorführungen des Theaterstücks im Zeltainer in Unterwasser: 17./18./19. August um 20 Uhr, am 20. August um 18.30 Uhr. Reservation: Telefon 079 337 66 61 oder www.zeltainer.ch

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