Unterstützung für Flüchtlinge

Das kleine Ostschweizer Hilfswerk fsk unterstützt Kinder, Bergbauernfamilien und Flüchtlinge in Nordirak und im Südosten der Türkei. Gegründet wurde das Hilfswerk von Waltraud Weber. Sie lebte einst im Appenzellerland.

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Dank Geldern aus der Schweiz konnte beispielsweise dieser Spielplatz in einem Flüchtlingslager realisiert werden. (Bild: pd)

Dank Geldern aus der Schweiz konnte beispielsweise dieser Spielplatz in einem Flüchtlingslager realisiert werden. (Bild: pd)

Im Nordirak, in der Nähe der Stadt Sulaimaniya, leben in mehreren Flüchtlingslagern zwei Millionen von den Terrormilizen des sogenannten Islamischen Staats (IS) vertriebene Menschen – Kurden, Jesiden und Christen aus Syrien und Irak. Die autonome Region Kurdistan im Irak zählt ca. 5,3 Millionen Einwohner.

Eine Delegation des kleinen Ostschweizer Hilfswerks Swiss Kurdisch Alliance (Freundeskreis Schweiz–Kurdistan fsk) besuchte zwei Flüchtlingscamps in der Region. fsk unterstützt das in Sulaimaniya ansässige Kinderhilfswerk Kurdistan Save the Children (KSC) seit über 20 Jahren mit Geldspenden und einem Patenschaftsprojekt für Kinder, die ein oder beide Elternteile verloren haben.

Sulaimaniya mit 1,3 Millionen Einwohnern liegt im Zagros-Gebirge nahe der türkischen und iranischen Grenzen. Die kurdischen Streitkräfte, die Peshmerga, halten bis heute 300 Kilometer weiter südlich die IS-Truppen in Schach, verteidigen Kurdenstädte oder Stadtteile, selbst dort, wo sich die irakische Armee längst zurückgezogen hat. Der Sold der Kämpfer ist zurzeit oft das einzige Einkommen für ärmere Kurdenfamilien. Viele von ihnen leben in Bergdörfern.

Kühe für die Witwen

Fällt ein Familienvater im Krieg, dauert es lange, bis die Hinterbliebenen eine bescheidene Rente erhalten. fsk hat mit Spendengeldern aus der Schweiz – unter anderem von der letztjährigen Aktion «OhO – Ostschweizer helfen Ostschweizern» – Kühe und Kälber gekauft. Zusammen mit lokalen Sozialarbeitern brachte die Delegation acht Witwen je eine Kuh mit Kalb. Die Tiere können zusammen mit einer kleinen Landwirtschaft oder Viehhütediensten für die Dorfgemeinschaft das Auskommen der vaterlosen, oft kinderreichen Familien sichern. Seit den Achtzigerjahren vermittelt fsk auch Paten für Kinder aus benachteiligten Familien und hilft zusammen mit KSC in medizinischen Notfällen oder bei dringenden Anschaffungen.

Neue Paten gesucht

Aktuell scheint sich die Geschichte tragischerweise zu wiederholen. Wieder verlieren Kinder ihre Väter, weil diese für die Freiheit der Kurden in den Kampf ziehen – diesmal gegen die IS-Truppen. Der fsk rechnet mit neuen Halbwaisen und benötigt dringend neue Paten und Patinnen, um ihnen eine Perspektive zu geben.

Die Bewohner der Region um Sulaimaniya, darunter viele ehemalige Flüchtlinge, die mit ihren Familien aus Europa zurückgekehrt sind, um ihr Land wieder aufzubauen, zeigen sich solidarisch mit den ankommenden Flüchtlingen: Sie leisten freiwillige Einsätze, spenden Kleider, Esswaren, Gebrauchsartikel oder Geld. Auch die Ostschweizer zeigten ihre Solidarität: Nach Aufrufen in den regionalen Zeitungen Ende des vergangenen Jahres spendeten sie grosszügig. Das Geld wurde für die dringend benötigten Notfallpakete eingesetzt.

Spende für Kindergarten

Für die jüngeren Kinder hat KSC im ältesten Camp mit finanzieller Unterstützung aus der Schweiz einen Kindergarten und eine Vorschule für Fünf- und Sechsjährige eingerichtet. Ein namhafter Beitrag für die einfach eingerichteten Baracken und den Spielplatz kam von der Aktion OhO. Weiterhin sammelt fsk Spenden für KSC-Projekte. (pd)