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Unterschriften gegen den Abriss des Hagmann'schen Hauses werden gesammelt

Podium
Christof Deutsch
Das Hagmann’sche Haus in Nesslau soll abgerissen werden, es gäbe aber andere Lösungen, meint Christof Deutsch. (Bild: Sabine Schmid)

Das Hagmann’sche Haus in Nesslau soll abgerissen werden, es gäbe aber andere Lösungen, meint Christof Deutsch. (Bild: Sabine Schmid)

Die Ortsbürgerschaft Nesslau als Eigentümerin des «Hagmann’schen Hauses» (auch Ortsbürgerhaus genannt) will dieses ersetzen durch drei Neubauten. Grundsätzlich ist das Sache der Ortsbürger und geht mich als Nichtortsbürger nichts an. Das Ortsbürgerhaus hat aber Jahrgang 1683 und ist ein wuchtiger Bau mitten im Dorf mit einem grosszügigen Garten und einem 200-jährigen Anbau, welcher einen malerischen Innenhof bildet. Als ältester Massivbau des Dorfes nach der Klosterkirche ist er mit seiner reichen Geschichte ein wichtiger historischer Zeuge. Mit seinen ein Meter dicken Mauern und seiner hohen baulichen Qualität hat er sich als Wohnhaus ­bewährt und wurde von seinen Bewohnern aufgrund seiner Eigenschaften, seiner soliden Bauweise und seines Charakters geschätzt.

Noch in der 2003 erschienenen historischen Schrift über das Haus bekundet Köbi Rutz als Präsident der Ortsbürgergemeinde seinen Stolz, dass «diese historischen Werte erhalten geblieben sind». Ungefähr zur selben Zeit aber erwerben die Ortsbürger das Nachbargebäude (ehemals Polizeiposten). Weil sich dieses aber nicht rentabel renovieren und vermieten lässt, muss angenommen werden, dass zu dieser Zeit eine Gesamtüberbauung und somit der Abriss der «historischen Werte» beschlossen wurde. Auslöser für diese 180-Grad-Drehung sei die finanzielle Belastung des Hauses, heisst es von verantwortlicher Seite. Darum sei nur ein Abriss des altehrwürdigen Hauses und ein darauf folgendes Renditeobjekt möglich… Weil ich seit 47 Jahren direkt neben der Liegenschaft wohne, stelle ich einfach mal diese hohe Belastung in Frage, weil das «Hagmann’sche Haus» immer voll vermietet war und weil ich nicht weiss, wann und wo solche Investitionen getätigt wurden.

Eine bessere Lösung wäre möglich

Meine Meinung, dass für dieses wichtige Gebäude an dieser sensiblen Stelle eine bessere Lösung möglich ist mit dem Erhalt der Liegenschaft, hat sich gefestigt in vielen Gesprächen mit diversen Fachleuten. Darum habe ich das bedenkliche Vorgehen der Verantwortlichen der Ortsbürgerschaft prüfen lassen und wollte eine Stellungnahme vom kantonalen Heimatschutz und der Denkmalpflege. Die Prüfung der Vergabe hat gezeigt, dass die Ortsbürgerschaft diese durchaus öffentlich machen müsste. Im Sinne einer liberalen Denkweise wurde der Einbezug nur eines einzelnen Architekten schlussendlich aber durchgewunken...Der Heimatschutz seinerseits nimmt klar Stellung und verlangt, dass der massive Bau zwingend erhalten bleiben muss. Die Denkmalpflege bezeichnet das Haus ebenfalls als erhaltenswert. Weil den beiden Organisationen aber in der Vergangenheit die Zähne gezogen wurden und das Ortsgemeindehaus keinen nationalen Schutz geniesst, liegt der Entscheid über Abbruch oder Stehenlassen des historischen Gebäudes im Ermessen der Gemeinde. Darum hat die Gemeinde Nesslau eine Studie zur Schutzwürdigkeit erstellen lassen. Diese stellt das Haus nun als historisch wichtig dar, überlässt aber der örtlichen Gemeinde die Entscheidung über einen Abriss, weil das Haus in den Jahrhunderten einige Änderungen erfahren hat. Sind aber nicht gerade die Änderungen in den verschiedenen Zeitepochen mit ihren Ansprüchen und Möglichkeiten ein zusätzlicher Schatz und Zeugnis?

Somit ist also der Abriss mit einem auf maximalen Profit ausgerichteten Neubau oder eine Variante eines günstigen Umbaus/Renovation mit reizvollen Altbauwohnungen ein Entscheid unserer Politischen Gemeinde. Hat sie die Erkenntnis, dass die Ortsgemeinde mit einem professionelleren Vorgehen auf die Vergabe der Architekturleistung ­etwas Schönes aus der Liegenschaft machen kann und hat sie den Mut, das durchzusetzen, dann stellt sie das Haus unter Schutz. Dieser Zwang zum Einbezug des alten Ortsbürgerhauses wäre auch zum Vorteil für das hiesige Gewerbe, weil diese andere Art des Bauens für unsere Kleinbetriebe wesentlich mehr bringt.

Forderung an die Gemeinde jetzt unterschreiben

Die Gemeinde wird das Unterschutzstellen des Ortsbürgerhauses nochmals prüfen, wenn das für die Einwohner wichtig ist. Ich bitte darum alle Einwohner von Nesslau (nicht nur Ortsbürger), welche meine Meinung teilen und den Mut haben, diese zu ­bezeugen, eine entsprechende Forderung an die Gemeinde zu unterschreiben. Unterschriftenbögen können bei mir bezogen werden und liegen im «Milchkästli» bereit oder können verschickt werden. Abzugeben sind die ausgefüllten Bögen bei mir bis am 17. September.

Christof Deutsch Lutenwilerstrasse 2b, 9650 Nesslau

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