Unterricht fällt aus, Betreuung der Schulkinder im Appenzellerland ist gewährleistet

Lesen, Rechnen, Geografie - der Schulstoff wird ab Montag nicht mehr in den Klassenzimmern vermittelt. Je nach Stufe, wird zu Hause gelernt. Kinder werden bei Bedarf in den Schulen betreut.

Mea McGhee
Hören
Drucken
Teilen
Arbeiten für die Schule werden bis am 4. April am Küchentisch statt im Klassenzimmer erledigt.

Arbeiten für die Schule werden bis am 4. April am Küchentisch statt im Klassenzimmer erledigt.

Bild: Pius Amrein

Der Präsenzunterricht an allen Schulen in der Schweiz ist ab Montag und bis mindestens am 4. April untersagt. Dies hat der Bundesrat am Freitag entschieden. Das bedeutet, dass die Stoffvermittlung nicht mehr im Klassenzimmer stattfinden darf und die Schülerinnen und Schüler zu Hause bleiben sollen. Sämtliche Schulveranstaltungen im ganzen Appenzellerland sind untersagt. Auch der Instrumentalunterricht an den Musikschulen ist nicht mehr erlaubt, und der Religions- und Konfirmandenunterricht fällt aus.

Kein Hütedienst durch Grosseltern

Auf keinen Fall sollen Personen aus Risikogruppen die Betreuung der schulpflichtigen Kinder übernehmen. Die Bildungsdirektoren beider Appenzeller Halbkantone teilen mit, dass die Schulträger der Gemeinden daher die Betreuung während der Unterrichtszeit für Lernende vom Kindergarten bis und mit sechste Klasse in den Kindergärten und Primarschulhäusern sicherstellen müssen. Die Betreuung sei für Familien vorgesehen, die keine andere Betreuungsmöglichkeit haben. Am Montagmorgen sind die Lehrpersonen in allen Kindergärten und Schulzimmern anwesend. In einem zweiten Schritt werden die Schulen abklären, wie viele Kinder bis am 4. April in den Schulen betreut werden müssen.

Digitale Medien kommen zum Einsatz

Der Unterrichtsstoff soll gemäss Aussagen der kantonalen Bildungsdirektoren wenn möglich über digitale Medien, mit Repetition oder Projektaufträgen vermittelt werden. In den ersten beiden Zyklen, das heisst für Kindergärtler sowie Schüler bis zur sechsten Klasse soll das freie Lesen im Fokus stehen. Ab dem dritten Zyklus setzen die Lehrpersonen nach Möglichkeit digitale Medien ein. Die Lehrpersonen werden die Eltern über die Form der Stoffvermittlung informieren. Am Gymnasium Appenzell soll der Unterricht ab Mitte nächster Woche über eine Onlineplattform erfolgen, sagt Bildungsdirektor Roland Inauen.

Schulen inforieren auf Webseiten

Als der bundesrätliche Entscheid mitgeteilt wurde, waren viele Kinder bereits im Wochenende. Die Schulen schalten Informationen für Eltern auf ihren Websites auf, auch Telenfonketten werden gestartet. Eltern werden aufgefordert, täglich die Website der Schule zu besuchen.

Irene Hagmann, Schulpräsidentin Herisau.

Irene Hagmann, Schulpräsidentin Herisau.

Bild: PD

«Die Betreuung aller Schulkinder am Montag ist gewährleistet», sagt Herisaus Schulpräsidentin Irene Hagmann. Am Montagmorgen um 6.30 Uhr würden sämtliche Schulhausvorsteherder Gemeinde über das weitere Vorgehen informiert. Fest steht, dass Schüler in Herisau Schulmaterial und persönliche Utensilien am Montag, 16. März, von 10.10 bis 11.30 Uhr in den Schulen holen können.

Kinderbetreuung will Angebot ausbauen

Keine besonderen Auflagen oder Verbote erlässt der Bundesrat momentan für Angebote der Familienergänzenden Kinderbetreuung sowie der Schulergänzenden Betreuung. «Wir werden für Schulkinder unserer Kunden eine Tagesbetreuung aufbauen», sagt Nadja Rechsteiner, Geschäftsführerin der Kinderbetreuung Herisau. Kaum sei die Schliessung der Schulen bekannt gewesen, hätten sich viele Eltern mit zusätzlichem Betreuungsbedarf für ihre Kinder gemeldet. «Neue Kinder können wir nicht aufnehmen», sagt Rechsteiner und verweist auf die Notfallbetreuung seitens der Schulen. Die zusätzliche Betreuung von Schulkindern an den Standorten Herisau und Bühler will die Kibe Herisau mit bestehendem Personal gewährleisten. Da der Schulunterricht der Lernenden ausfällt, stehen mehr Mitarbeitende zur Verfügung. Auch andere Anbieter von Betreuungsstrukturen prüfen, ob sie ihr Angebot ausbauen können.

Informationen sind auf den Websites der Schulen im Appenzellerland zu finden.